Liebesblinde Dichterin

lenaMan kann nicht ein ganzes Leben lang in der Kneipe sitzen und einander in die Augen schauen und reden. Manchmal muss man auch zusammen fernsehen.“ O ja. Wie wahr. In ihrem Roman „Widerrechtliche Inbesitznahme“ (Luchterhand) äußert sich die schwedische Schriftstellerin Lena Andersson ziemlich trocken und lakonisch, aber auch poetisch-philosophisch über die Liebe. Und vor allem: über Liebeskummer. „Das Leiden tobte in ihr“ schreibt Andersson über ihre Hauptfigur Ester. Und tatsächlich: Ester, erfolgreiche Dichterin und Essayistin, leidet wie nie zuvor. Denn der Mann, in den sie sich verliebt hat (der bildende Künstler Hugo Rask), ignoriert sie. Mit geradezu heiterer Süffisanz und dem Urteilsvermögen einer erfahrenen Paartherapeutin blickt Lena Andersson auf Esters Dilemma. Sie beobachtet präzise und schildert schonungslos die Verzweiflung ihrer Protagonistin. Ein grandioses literarisches Lehrstück über Liebeskummer – in Schweden bekam Andersson dafür die renommierteste Literaturauszeichnung, den Augustpreis. Zu Recht!

2 Kommentare
  1. Karin sagte:

    Wie schön, mir hat es auch so gut gefallen.

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