Nesser, der charmante Täuscher

nesserNanu? Schon wieder ein neuer Roman von Håkan Nesser? Nach nur acht Monaten? Und dann auch noch mit einer Co-Autorin (Paula Polanski)? Seltsam. Doch schon auf den ersten Seiten von „Strafe“ (btb) zeigt sich: Das ist nicht nur ein waschechter Nesser, sondern eines seiner besten Bücher. Tempo, Sprache, Plot – alles perfekt. Lakonisch erzählt der 64jährige von Schriftsteller Max Schmeling, dessen alter Schulkamerad Tibor ihn um einen Gefallen bittet. Tibor liegt im Sterben, und er will, dass Max seine Lebensgeschichte liest. Als Gegenleistung, denn Tibor hat ihm früher zwei Mal das Leben gerettet. Also nimmt sich Max den Text vor. Er handelt von Tibors verpfuschtem Leben, einem verhängnisvollen Mord und einer verschwundenen Frau. Zu spät wird Max klar, dass er selbst viel zu tief tief in diese Geschichte verstrickt ist. Mehr verrate ich nicht, denn Håkan Nesser trickst seine Leser so brillant aus, dass man es selbst erleben muss. „Strafe“ ist nicht doppelbödig, sondern drei- oder vierfachbödig. Ein genialer Spannungsroman, mit dem Nesser seinen Ruf festigt: als intelligenter, charmanter Täuscher.

Bester Satz: „Als Erwachsener in die Stadt seiner Kindheit zurückzukommen, ist so, als würde man abends frühstücken.“

2 Kommentare
  1. Der ausgewählte Satz spricht mich gar sehr an! Wenn ich das Buch in meiner Lieblingsbibliothek liegen sehe- bei den Neuigkeiten- werde ich es mir schnappen dank Ihrer unspröden kleinen Besprechung!

    • Freut mich, wenn der Satz so eine Wirkung hat! 😉 Ich wünsche spannende Lektüre!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: