Begegnungen

Eigentlich, so fällt mir regelmäßig auf, besteht mein Beruf aus Begegnungen. Und es sind diese Begegnungen, die ich so schätze, aus denen ich etwas forme, die mich motivieren. Ich begegne Künstler*innen jeder Art, und, ja, auch Büchern begegne ich ständig. Ebenso wichtig und schön: Ich begegne Leser*innen, die aus meinen Begegnungen eigene Begegnungen machen. Aber genug der philosophischen Deutung – hier einige meiner Moderationen, Interviews und Auftritte der vergangenen Wochen:

Der britische Komponist, Rockmusiker und Autor Tot Taylor (oben) zeigte mir in einem Münchner Tonstudio, wie Hits entstehen. Seinen starken Rock´n´Roll-Roman „The Story of John Nightly“ stelle ich in der aktuellen Folge des Podcasts „Long Story Short“ vor – einfach hier klicken.

In Köln feierten Karla Paul und ich die besten aktuellen Krimis in unserer Literaturshow bei der Crime Cologne. 150 Zuschauer im ausverkauften Harbour Club stimmten mit ab. Ebenfalls auf der Bühne: unsere sympathischen Stargäste Katrine Engberg & Leon Sachs.

Mit US-Autor Rob Hart („Der Store“) diskutierte ich im Amerikahaus München über die Gefahren der Machtkonzentration durch Amazon, Apple, Google & co. Rob ist ein engagierter, kluger Kopf, der für mehr kritisches Bewusstsein wirbt.

Eine Stunde Zeit hatte der renommierte Diplom-Psychologe und Coach Jens Corrsen für ein TV-Webinar, in dem er mir mehr über das Gelingen von Beziehungen erzählte und Zuschauerfragen beantwortete. Die komplette Sendung gibt´s hier auf Litlounge.tv oder hier auf Youtube.

5 Tage, 5 Städte…

5 Tage, 5 Städte, 5 Buchabenteuer: Ja, es war schon etwas ganz Besonderes für Karla Paul und mich, mit unserer Literaturshow kreuz und quer durch Deutschland zu touren. Zum ersten Mal! Jeden Abend eine andere Hugendubel-Filiale, eine andere Bühne, ein anderes Publikum. Und dennoch: Jeden Abend Buch-Begeisterung. Es ist unglaublich schön, in aufmerksame, interessierte Gesichter zu blicken. Zu spüren, wie unsere Buchtipps aufgenommen werden.

Und, oft überraschend: Wie unterschiedlich von unseren Zuschauern abgestimmt wird. Denn Karlas und meine Lieblingsbücher treten gegeneinander an. Aus meiner Liste gewannen zum Beispiel meist Wolfgang Scheuers „Wienterbienen“ und Doris Dörries „Leben, Schreiben, Atmen“. Manchmal jedoch nicht. Ähnlich lief es mit Karlas Fabio Genovesi „Wo man im Meer nicht stehen kann“ oder Madeline Millers „Ich bin Circe“ – meist Sieger im direkten Duell, aber manchmal unterlegen. Genau das mögen wir: Jeder Abend hat seine eigene Dynamik.

Kiel, Hannover, Würzburg, Erfurt, Leipzig. Kurz Zeit für Sightseeing, dann schon wieder zum nächsten Auftritt, zur nächsten Bahn, ins nächste Hotel. Eine vollgepackte Woche.

Zwei Mal treten wir in diesem Jahr noch mit unserer Show auf: Am 27.9. in Köln bei der Crime Cologne und am 21.11. in Berlin beim Hugendubel in Steglitz.

Vielen Dank an alle engagierten Buchhändler*innen der Hugendubel Buchhandlungen, unsere Zuschauer sowie unsere Stargäste Angelika Svensson, Jan Christophersen, Angela Kirchner (oben im Foto links), Sebastian Hilpert (oben im Foto 2. v.l.) und Franka Bloom.

Traumstart für unsere Literatur-Tour

Was für ein großartiger Literaturabend! Vor einer Woche starteten Karla Paul und ich die Herbst-Tour unserer Literaturshow „Die Seitenspringer“ im Literaturhaus Herne/Ruhr. Besser hätte es nicht laufen können:

Das sympathische, kundige Publikum feierte, fieberte und rätselte mit. Der Veranstaltungsort, eine stylish modernisierte alte Druckerei, passte perfekt zu unserem Programm (und umgekehrt). Karla und ich kämpften mit 60-Sekunden-Pitches um Stimmen für unsere 18 Lieblingsbücher. Und hinter den Kulissen sorgte das Team vom Literaturhaus für gute Laune und einen reibungslosen Ablauf. Vielen Dank, vor allem an Verena Geiger und Elisabeth Röttsches!

Hinterher diskutierten wir mit den Besuchern, und wir beobachteten, wie jede Menge unserer vorgestellten Bücher gleich gekauft wurden. So soll es sein!

Mehr über unsere Tour bald – Kiel, Hannover, Würzburg und Erfurt haben wir gerade gerockt, Leipzig (17.9.) und Berlin (21.11.) folgen. Überall in Hugendubel-Filialen. Wir freuen uns, wenn Ihr vorbeikommt!

Auf Tour: Unsere Literaturshow

Es ist soweit: Die Literaturshow „Die Seitenspringer“ geht im September auf Tour – Karla Paul und ich präsentieren unser spannendes Buch-Battle mit 18 aktuellen Romanen und Sachbüchern in acht Städten.

6. September in Herne (Literaturhaus) Tickets hier.

10. September in Kiel (Hugendubel)

11. September in Hannover (Hugendubel)

12. September in Würzburg (Hugendubel)

13. September in Erfurt (Hugendubel)

17. September in Leipzig (Hugendubel)

27. September in Köln (Crime Cologne, mit Katrine Engberg und Leon Sachs). Tickets hier. 

21. November in Berlin (Hugendubel Steglitz)

Wir garantieren: so wurde Literatur noch nie präsentiert. Lasst Euch überraschen und stimmt jeden Abend live darüber ab, welche Titel gewinnen. Karla und ich freuen uns auf Euch!

Ab heute online: Antworten auf drängende Buchfragen

Sind wir alle verführbar? Kann man den Inhalt von Romanen riechen? Wie liest sich moderner Feminismus? Wo lebt man besser: auf dem Land oder in der Stadt?

Darüber diskutieren Karla Paul und ich in unserer neuen Podcast-Folge. Wir stellen aktuelle Romane von Chip Cheek und Roxane Gay vor, schwärmen von Backlist-Titeln von Juli Zeh und John Burnside, und wir beeilen uns. Denn jeder hat zunächst nur 60 Sekunden pro Buch. Anschließend fragen wir nach und sprechen über unsere Leseeindrücke.

In Folge 7 von „Long Story Short“ gibt es außerdem ein Interview mit US-Autor Chip Cheek – er ist derjenige, der weiß, ob wir alle verführbar sind. Und der erzählt, warum ihn das Meer so fasziniert.

Alle Folgen, auch ohne iTunes oder andere Plattformen, könnt Ihr kostenlos hier anhören. Viel Spaß! 

Draußen 28 Grad, drinnen 18 neue Bücher

Es wurde gelacht, gerätselt, mitgefiebert und mitgeschrieben. Zum Glück bei angenehm kühler Klimaanlagenluft, während draußen der Münchner Sommer glühende Abendhitze verbreitete.

Ja, es war ein rundum gelungener Abend im Hugendubel am Stachus – Karla Paul und ich präsentierten unsere Literaturshow „Die Seitenspringer“. Mit 18 neuen Buchtipps, Insiderinfos und zwei Stargästen, den Münchner Autor*innen Anne Sanders und Harry Kämmerer (Foto unten). Die beiden stellten sich nicht nur unseren Fragen, sondern auch zwei witzigen Ratespielen rund um Literatur.

Schon vor der Veranstaltung beschrieb die Süddeutsche Zeitung unser Konzept: „Abwechslungsreich, aber nicht oberflächlich. Unterhaltsam, aber nicht flach. Kompetent, aber nicht abgehoben.“ Genau so war´s dann auch, und wir hatten den Eindruck dass unser Publikum sowohl seine Freude hatte als auch gut informiert wurde. Hier der komplette SZ-Artikel. „Ein geistreicher Spaß“ schrieb das Magazin „in münchen“ und bezeichnete uns als „echte Seitenspringer“. Vielen Dank für das Lob!

Weitere Termine unserer Show: 6. September in Herne und 27. September in Köln bei der Crime Cologne. Zudem wird es Mitte September eine Tour durch fünf Hugendubel-Filialen geben – mehr Infos dazu bald. Wir freuen uns, wenn Ihr vorbeikommt!

Ich freue mich schon…

…ganz besonders auf zwei Moderationen im Juni:

Am Mittwoch, 19.6., präsentiere ich mit Karla Paul unsere Literaturshow im Hugendubel am Stachus in München. Mit 18 neuen Büchern, einem spannenden Battle, witzigen Spielen und zwei Stargästen: Der Autorin mit drei Pseudonymen, Anne Sanders alias Lea Coplin alias Alexandra Pilz (Foto links). Und mit dem Autor, Musiker und Lektor Harry Kämmerer. Tickets gibt´s hier.

Eine Woche später habe ich die Ehre, Friedrich Ani (Foto rechts) im Literaturhaus München zu moderieren. Einer meiner absoluten Lieblingsautoren, der bald seinen neuen Roman „All die unbewohnten Zimmer“ (Suhrkamp) veröffentlicht, eine herausragende Geschichte um vier Kommissare und zwei Verbrechen. Tickets für diesen spannenden Abend hier. 

Ich freue mich, wenn Ihr Zeit und Lust darauf habt!

200 Kinder, ein Abenteuer und jede Menge gute Laune

Sie hörten gebannt zu und stellten jede Menge Fragen. 200 Kinder waren live dabei, als ich vergangene Woche eine Veranstaltung mit Kinderbuchautor THiLO (links) und Illustrator Timo Grubing (unten) moderierte. Da alles gestreamt wurde, guckten weitere Tausend online zu.

Eingeladen hatte die Verlagsgruppe Random House, Anlass war die Buchhandelsaktion „Ich schenk dir eine Geschichte“, unterstützt von der Stiftung Lesen. Von dem Buchgeschenk „Der geheime Kontinent“, einem fantasievollen Abenteuer, waren die jungen Leser sehr angetan. Und von THiLO und Timo natürlich auch.

Mir zeigte die lustige Lesung mal wieder, dass Kinder durchaus für Bücher zu begeistern sind. Trotz Computerspielen, Tablets und Smartphones. Ein Video der Veranstaltung gibt es hier auf Litlounge.TV.

„Mein Buch soll eine Waffe sein!“ – Interview mit Jean Ziegler

Er ist 84 Jahre alt. Und er kämpft unermüdlich – für eine gerechte, solidarische Welt, gegen Hunger und Armut in der Dritten Welt, gegen den Konsumwahn und die Gewinnmaximierung im Kapitalismus. Der Soziologe und Bestsellerautor Jean Ziegler hat ein neues Buch geschrieben, „Was ist so schlimm am Kapitalismus?“ (C. Bertelsmann), und ich hatte die Ehre, seine Lesung in Weiden zu moderieren. 330 Zuschauer drängten sich in die Buchhandlung Rupprecht (Foto). Hier Auszüge aus meinem Gespräch mit dem Schweizer:

In Ihrem neuen Buch führen Sie einen Dialog mit Ihrer Enkelin Zohra. Wie ist dieses Gespräch entstanden? Eigentlich waren es viele verschiedene Gespräche mit meinen fünf Enkelkindern, die zwischen vier und 16 Jahre alt sind. Sie wissen natürlich, was ihr Großvater tut und sie sehen mich oft im Fernsehen bei politischen Diskussionen – also stellen sie Fragen. Oft sind das radikale, unbarmherzige, intelligente Fragen, auf die sie klare Antworten haben wollen, und keine ausschweifenden Beschwichtigungen. Aus diesen sehr interessanten Gesprächen habe ich dieses Buch geformt.

Welche Frage wird Ihnen von Ihren Enkeln am häufigsten gestellt? Warum müssen Kinder an Hunger sterben? Das verstehen sie nicht, und das treibt sie um. Mit Gleichaltrigen identifizieren sich Kinder am ehesten. Sie sind unglaublich gut informiert, viel besser als vorige Generationen. Sie sehen, dass Kinder im Süd-Sudan oder im Jemen sterben und sind schockiert. Meine Enkel und ihre Freunde haben genug zu essen, und sie fragen mich: Warum haben das nicht auch die anderen?

Wie lautet Ihre Antwort? Weil der Kapitalismus für Ungerechtigkeit und Armut sorgt. Im UN-Welternährungsbericht steht, dass alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren stirbt. Außerdem steht darin, dass die Weltlandwirtschaft problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren könnte; doppelt so viele wie es zurzeit gibt. Zum ersten Mal existiert demnach kein objektiver Mangel mehr. Hunger ist von Menschen gemacht und könnte morgen aus der Welt geschafft werden. Das ist unfassbar und macht mich zornig.

Wie reagieren Ihre Enkel auf solche Erklärungen? Sie können es ebenso wenig akzeptieren wie ich. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, beschäftigt sie sehr. Von mir wissen sie, dass weltweit ein Prozent der Menschen 99 Prozent des Vermögens besitzen. Dass die Mächtigen und die Politiker nichts gegen diese Ungerechtigkeit und gegen die Zerstörung der Natur tun, treibt Kinder und Jugendliche auf die Straße – ich finde das großartig!

Haben Ihre Enkel etwa auch schon Schule geschwänzt, um zu demonstrieren? Ja. Zwei der fünf waren auf den Demos, bei denen endlich Taten gegen den Klimawandel gefordert wurden. Ich wollte von ihnen wissen, was ihre Lehrer dazu meinten, und sie antworteten: Ach, das kümmert uns nicht. Wir wollen endlich etwas tun. Ist das nicht wunderbar?

Haben Sie das Gefühl, dass die junge Generation politischer ist als ihre Vorgänger? Die jungen Leute haben ein starkes politisches Gesamtinteresse. Moralische Grundfragen beschäftigen sie sehr, und Naturzerstörung und Rassismus lehnen sie komplett ab.

Haben Sie die Hoffnung, dass daraus tatsächlich eines Tages eine gerechtere Welt entsteht? Ja! Selbst wenn es sich bei den Demonstrationen nur um Buschfeuer handelt, können sie jederzeit wieder aufflammen. Jeden Tag kann etwas entscheidendes passieren. Karl Marx hat gesagt, dass der Revolutionär das Gras wachsen hören muss. Ich höre es zurzeit wachen. Und von Che Geuvara stammt der Satz: „Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse“ . In der Mauer des Kapitalismus scheinen momentan Risse zu entstehen, und das macht mir tatsächlich Hoffnung. Wenn ich mit meinem Buch einen Teil dazu beitragen kann, umso besser. Möge es eine Waffe in der Hand der jungen Menschen sein, um für eine gerechtere Welt zu kämpfen!

 

Die bescheidenen Bestsellerautoren (Simon Beckett & Arne Dahl)

„Meine Damen und Herren… Der Preis für Europäische Kriminalliteratur geht an… Simon Beckett und Arne Dahl!“ 

800 Zuschauer klatschen begeistert. Die beiden Ausgezeichneten kommen auf die Bühne, um ihre Urkunden in Empfang zu nehmen. Kameras laufen, Blitze zucken. So geschehen vor genau einer Woche in der Stadthalle Unna, organisiert vom Krimifestival „Mord am Hellweg“.

Ich hatte die Ehre, im Rahmen der Preisverleihung eine Gesprächsrunde mit Simon Beckett und Arne Dahl zu moderieren. Über ihre ersten Schreibversuche (als Kinder), die ersten Manuskripte (abgelehnt und erfolglos) und den späteren internationalen Erfolg (Dahl mit der A-Gruppe, Beckett mit den Hunter-Krimis). Was mich wieder einmal an den Starautoren faszinierte: Ihre Bescheidenheit. Der Brite und der Schwede sind stille, sympathische Typen, die keinen Wind um sich machen und keine Extrawünsche äußern. Understatement pur. Und endlose Geduld im Umgang mit Autogramm- und Selfiewünschen ihrer Leser.

Hier ein kurzer Auszug aus meinem Gespräch mit Beckett & Dahl:

Können Ihre Romane etwas gegen die aktuellen Tendenzen zu Nationalismus in Europa ausrichten?

Dahl: Ich war früher optimistischer, was die mögliche Wirkung von Literatur betrifft. Trotzdem glaube ich immer noch, dass der Akt des Lesens – diese tiefe, innere Reise in ein anderes, unbekanntes Universum – die stärkste Kraft der Welt ist, um Menschen miteinander zu verbinden. Lesen bedeutet das Aufschließen der eigenen Seele. Und jeder Krimiautor, der sein Genre ernst nimmt, hat die Möglichkeit darüber zu schreiben, woher – politisch und gesellschaftlich – der Wind weht. Das Kriminelle ist eng mit der ganzen Welt verbunden, was nicht zuletzt das Auftauchen von Donald Trump zeigt. Also ist Kriminalliteratur mehr denn je ein wichtiger Weg, um scharfsinnig auf Verbrechen aufmerksam zu machen, nicht nur in Europa.

Beckett: Ja, denn in Zeiten wie diesen ist alles gut, was potentiell mehr verbindet als trennt. Kriminalliteratur besitzt sicher grundsätzlich die Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen abzubilden. Ich versuche, meine Bücher in einer wiedererkennbaren Welt zu verankern, was bedeutet, dass manchmal gesellschaftlich relevante Aspekte darin vorkommen. Aber ich würde nicht sagen, dass Krimis dies tun müssen. Ein Krimi muss nichts anderes leisten als seine eigene spezielle Geschichte zu erzählen. Wenn sich Autoren wie Arne Dahl dazu entscheiden, explizit gesellschaftliche Themen aufzugreifen, finde ich das natürlich trotzdem großartig.