Die Literatur ist zurück im Leben!

Endlich wieder: Echte Bühnen, echte Zuschauer, echter Applaus. Und so viele gute neue Bücher auf einmal wie schon lange nicht mehr. Ja, ich liebe diesen Literaturherbst schon jetzt. In den vergangenen Wochen moderierte ich unter anderem eine Lesung mit dem schottisch-amerikanischen Schriftsteller Douglas Stuart („Shuggie Bain“) im Literaturhaus München (siehe Foto) und das 25-Jahre-Jubiläum des Malik-Verlags mit Reinhold Messner, Lotta Lubkoll und Stephan Orth. In den nächsten Tagen stehe ich mit Judith Hermann und Alice Brauner auf der Bühne, und am 14. Oktober präsentiere ich im Amerikahaus München den neuen brillanten Roman von Anthony Doerr, „Wolkenkuckucksland“ (C.H. Beck). Ach ja, und die Buchmesse rückt auch näher. Allesamt Termine, auf die ich mich sehr freue.

Dazu kommen neue Ausgaben meiner „egoFM Buchhaltung“, in der ich z.B. den Stephen-King-Übersetzer Bernhard Kleinschmidt zu Gast hatte und die neuen Romane von Jenny Erpenbeck, Benjamin Myers, Kira Jarmysch und Frank Göre lobte. In der nächsten Sendung am kommenden Samstag, 9. Oktober, erzählt Douglas Stuart mehr über seine Geburtsstadt Glasgow; zudem gibt´s ein Special über die Hotlist, den wichtigsten Literaturpreis für unabhängige Verlage. Alle Folgen der „egoFM Buchhaltung“ könnt Ihr hier ohne Musik nachhören. Mit Kinderbuchautor Thomas Winkler und Illustrator Daniel Stieglitz hatte ich übrigens auch vor kurzem eine Moderation – die Präsentation ihres neuen Werkes „Luis und Lena – Der Zwerg des Zorns“ (cbj).

Auch im Podcast „Long Story Short”, den ich mit Karla Paul konzipiere und moderiere, tut sich einiges. Ab Dienstag ist unsere Nachhaltigkeitsfolge online, in der wir sechs neue Bücher zum vielleicht wichtigsten Thema unserer Zeit vorstellen. In vier Wochen läuft außerdem unser Bestseller-Special, für das ich Marc Elsberg zur Jubiläumsausgabe seines Klassikers „Blackout“ (Blanvalet) interviewt habe. Und schon jetzt prüfen Karla und ich Bücher für unsere Weihnachtsfolge, in der wir traditionell zehn Bücher empfehlen – aber bis zu den Aufnahmen haben wir noch zwei Monate Zeit, zum Glück. Die Entscheidung, welche Romane und Kurzgeschichten ich wann, wie und wo rezensiere, fällt mir in diesem Herbst wirklich schwer – in meinem Büro stapeln sich großartige Neuerscheinungen, die offenbar jetzt geballt erscheinen, nachdem viele Titel im vergangenen Jahr geschoben wurden. Ich wünsche auch Euch einen anregenden, erfüllenden Literaturherbst!

Nach der Sommerpause…

Sommerpause? Wie bitte? Eine richtige Pause war das sowieso nicht. Es gab nur für ein paar Wochen keine neuen Folgen des Podcasts LONG STORY SHORT und keine neuen Ausgaben der „egoFM Buchhaltung“. Gelesen und recherchiert habe ich allerdings noch mehr als sonst, und, wichtig: viele neue Ideen gesammelt für den Herbst.

Schließlich stehen tolle Veranstaltungen an – ich moderiere Lesungen und Talks mit Judith Hermann, Anthony Doerr, Douglas Stuart, Michael Thode, Jonathan Strout, Karen McManus, Alice Brauner und anderen. Im September moderiere ich zudem einen Abend zum 25. Jubiläum des Mailk-Verlages und im Literaturhaus Herne/Ruhr werde ich im Oktober meine Lieblingsbücher des Herbstes vorstellen. Vorausgesetzt, Corona macht uns nicht zum gefühlt hunderten Mal einen Strich durch die Rechnung.

Ganz aktuell ist eine neue Folge LONG STORY SHORT online auf allen Plattformen. Karla Paul und ich stellen darin unter anderem „Sein Name war Annabel“ von Kathleen Winter und „Das Adressbuch der Dora Maar“ von Brigitte Benkemoun vor (beide btb Verlag). Um unseren Podcast fit für die Zukunft zu machen und Eure Wünsche umzusetzen, haben wir gemeinsam mit Penguin Random House eine kurze Umfrage erstellt – wir freuen uns, wenn Ihr mitmacht! Einfach hier klicken.

Vor ein paar Tagen saß ich bei einer der international erfolgreichsten Bilderbuch-Illustratorinnen daheim auf dem Sofa:

Binette Schroeder erzählte mir wunderbare Anekdoten über ihre Arbeit und die Erfindung ihrer berühmtesten Figur „Lupinchen“ (Nord-Süd Verlag). Dazu gab es Tee und Zwetschgendatschi, serviert von Schroeders Mann Peter Nickl. Aus dem Gespräch bastle ich nun ein großes Interview für das Magazin MÜNCHNER FEUILLETON. Im September erscheint übrigens Binette Schroeders neues Buch „Herr Grau & Frieda Fröhlich“.

Kurz vor der Sommerpause…

…moderiere ich noch die neuesten Folgen meiner Literatursendung „Die egoFM Buchhaltung“ und des Podcasts LONG STORY SHORT mit Karla Paul.

Im Radio empfehle ich heute die neuen Romane von Jarka Kubsova, Ta-Nehisi Coates, Sigrid Nunez und Max Annas. Außerdem gibt´s den neuen Kriminalroman von Tess Gerritsen zu gewinnen und ich spreche mit Tabea vom ecco Verlag über Gleichberechtigung von Autorinnen. Von 14-16 Uhr auf egoFM.de oder ab Montag hier auf der Homepage meiner Show zum Nachhören (ohne Musik).

Im Podcast diskutieren Karla und ich über Nana Oforiatta Ayim, Keigo Higashino, Lena Andersson und Chloe Benjamin. Die 50 bisherigen Folgen hört Ihr auf allen Plattformen oder hier auf der Homepage von LONG STORY SHORT. Am 24. August sind wir mit der nächsten Folge wieder online. Viel Spaß beim Lauschen!

Hier im Blog gebe ich übrigens auch weiterhin Buchtipps, trotz Sommerpause. Ihr kommt also hoffentlich weiterhin ins Grübeln, welche Neuerscheinungen für Euch geeignet sind!

Endlich wieder Festival- und Messeatmosphäre!

Endlich mal wieder in einem Raum mit realen, tatsächlich anwesenden Autor*innen und Kolleg*innen! Endlich mal wieder ein kleines bisschen Festival- und Messeatmosphäre! Ja, es tat so gut…

Am vergangenen Wochenende moderierte ich beim digitalen CRIME DAY in Hamburg Gespräche mit Charlotte Link,  Alex Beer und Bernhard Aichner, und die LONG STORY SHORT Show mit Karla Paul. Unter strengen Hygienevorschriften, versteht sich: Wir alle mussten uns täglich testen lassen, Abstand halten und (bis auf der Bühne) Maske tragen.

Der Aufwand hat sich gelohnt: Dadurch, dass wir uns tatsächlich in die Augen sehen sowie Mimik und Gestik wie vor Corona wahrnehmen konnten, entstand eine viel authentischere Stimmung. Und Spannung, nicht nur wegen der CRIME DAY Inhalte. Eine wunderbare Abwechslung zu den Stream-Moderationen vor Laptop oder Smartphone, die ab jetzt wieder mein Alltag sind. Gestern z.B. moderierte ich eine Lesung mit der Autorin und Psychotherapeutin Heike Duken (Roman „Denn Familie sind wir trotzdem“ – das Video findet Ihr auf Youtube und litlounge.tv).

Ich blicke also sehr gerne zurück auf die anregenden Moderationen in Hamburg. Und ich blicke nach vorne: Spätestens im Sommer wird es wieder Lesungen mit Publikum geben. Schon jetzt sollten mehr Pilotprojekte wie in Tübingen oder Berlin starten, in denen Kultur und Gastronomie mit Schnelltests und Hygienemaßnahmen öffnen. Denn aus diesen Studien lassen sich wertvolle Informationen gewinnen, ob und wie sichere Freizeitaktivitäten möglich sind.

Lesungen? Ja, es gibt sie noch. Nur anders…

Noch immer weiß niemand, wann es wieder „echte“ Lesungen gibt, vollgepackte Säle, spontanen Applaus, Funken, die überspringen, erfüllende Begegnungen, leergekaufte Büchertische. Ich vermisse all das sehr.

Was dagegen stattfindet, mehr denn je: Gestreamte Lesungen. Sie sind kein Ausgleich und kein vollständiger Ersatz für die physischen Veranstaltungen, aber sie machen trotzdem Spaß, bringen neue Bücher und Autor*innen ihrem Publikum näher und lassen uns ahnen, wie es wird, wenn wir uns endlich wieder tatsächlich begegnen.

Für mich war es jedenfalls schon eine wunderbare Abwechslung, mal wieder im Literaturhaus München zu moderieren (siehe Fotos) – wenngleich mein Gesprächsprater, Autor & Musiker Johann Scheerer, nur aus Hamburg zugeschaltet wurde. Trotzdem wurde es ein toller Abend!

In den nächsten Tagen sende ich wieder von Zuhause aus, mit folgenden Livestreams:

Dienstag: Talk mit TV-Moderatorin Tamina Kallert über ihr neues Taschenbuch „Mit kleinem Gepäck“ (Heyne) auf www.litlounge.tv, Taminas Facebook-Seite und Youtube. Ab 19 Uhr.

Mittwoch: Talk mit Maria Nikolai über ihre Schokoladenvilla-Trilogie (Penguin) in der #readntalk-Talk-Reihe auf Youtube und www.litlounge.tv. Ab 19 Uhr.

Donnerstag: Im Rahmen des „Nordische Morde“ Online-Festivals spreche ich mit den schwedischen Thriller-Autor*innen Tina Frennstedt und Gustav Sköderman (beide Lübbe). Ab 19:30 Uhr.

Freitag: Auf dem Youtube-Hugendubel-Account begrüße ich meinen literarischen Helden T.C. Boyle zum Talk und Q&A zu seinem neuen Roman „Sprich mit mir“. Ab 20 Uhr.

Ich freue mich, wenn Ihr reinschaut! Bei allen Streams könnt Ihr direkt Fragen an die Autor*innen stellen – wenigstens ein Vorteil gegenüber traditionellen Lesungen, in denen dafür meistens kaum Platz ist.

Start ins Literaturjahr 2021 (mit Podcast & Radio)

Los geht´s! Zum Start ins Literaturjahr 2021 habe ich mit Karla Paul eine neue Folge des Podcasts „LONG STORY SHORT“ aufgezeichnet (siehe Foto, aber fragt mich lieber nicht, warum wir Mützen aufhaben…) – ab sofort auf allen Plattformen. Und hier. 

Wir stellen Bücher von Katherine Arden, Jamil Jan Kochai, William Boyd und Fumio Sasaki vor und verraten, wie wir die vergangenen Wochen verbrachen haben (mit Lesen natürlich, was sonst?).

Auch im Radio gebe ich ab morgen wieder Buchtipps: Die „egoFM Buchhaltung“ läuft von 14-16 Uhr – zu Gast sind der Hamburger Autor, Musiker und Produzent Johann Scheerer, der Pianist Martin Kohlstedt aus Weimar und die Münchner Literaturexpertin Tina Rausch. Sie plaudert mit mir über ihr Buch „Die 100 besten Bücher deutschsprachiger Literatur“.

Ab sofort läuft die „egoFM Buchhaltung“ wieder alle zwei Wochen, und auf egoFM.de könnt ihr alle Folgen auch rückwirkend hören, ohne Musik. Ich freue mich auf Euch und die Bücher!

Kleines Jubiläum der „egoFM Buchhaltung“

Mehr als 40 aktuelle Buchrezensionen, 20 Stargäste und jede Menge positives Feedback: Mit meiner Literatursendung „Die egoFM Buchhaltung“ habe ich vor kurzem ein kleines Jubiläum gefeiert – die zehnte Folge! Ein schöner Anlass, ein vorläufiges Fazit zu ziehen und auf die Höhepunkte zurückzublicken:

Ich habe bewusst versucht, so viele und diverse Genres und Länder wie möglich zu berücksichtigen. Deswegen rückte ich Bücher aus Frankreich, England, USA, Polen, Deutschland, Schweiz, Schweden, Japan, Schottland, Irland, Kanada, Österreich und Argentinien ins Rampenlicht. Kriminalromane, Komödien, Dramen, historische Stoffe, Sachbücher, Satiren, Dystopien… Besonders froh bin ich, dass ich dem Trend entgegenwirken konnte, dass männliche Rezensenten meist Bücher männlicher Autoren vorstellen. Die Frauenquote in der „egoFM Buchhaltung“ liegt bei 50 Prozent!

Zu meinen Gästen: Ich bin glücklich, dass ich wunderbare Autor*innen wie Zoe Beck, Joachim Meyerhoff, Alex Beer, Friedrich Ani, Daisy Johnson, David Szalay, Andrea Petkovic, Wladimir Kaminer und Lily King begrüßen konnte. Und dass auch tolle Musiker*innen wie Thees Uhlmann, LaBrassBanda, Voodoo Jürgens und Dirk von Lowtzow von Tocotronic über ihren Bezug zur Literatur plauderten.

Die nächste Folge läuft morgen, am Samstag, den 12. Dezember, um 14 Uhr auf egoFM – in sieben Städten über Antenne und weltweit online. Alle Episoden könnt Ihr auch ohne Musik auf egoFM.de nachhören – ich freue mich, wenn Ihr hier reinklickt!

Über die Parallelen zwischen Schreiben und Tennisspielen

Was für ein Glück: Kurz vor dem erneuten Kultur-Lockdown moderierte ich im Literaturhaus München die Lesung mit Andrea Petković (Foto: Backstage mit Marion Bösker-Pausker). Die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin erzählte mir von ihrem Buch „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ (Kiepenheuer & Witsch), in dem sie mit Selbstironie und Augenzwinkern über ihre Karriere, ihre Kindheit zwischen zwei Welten, über Rivalität und Ehrgeiz sowie ihre Liebe zur Literatur schreibt. Eine ihrer Erkenntnisse: Beim Schreiben fühlt sie sich genauso allein wie bei einem Match auf dem Tennisplatz. 

Petković, Tochter einer Bosnierin und eines Serben, zog mit ihren Eltern nach Deutschland, als sie vier Jahre alt war. Schon bald wollte sie vor allem eines: Raus aus der kleinen Welt ihrer Eltern. Eine Tenniskarriere schien ihr der beste Weg, das Ticket zu Ruhm und Ehre. Und so kam es auch. Doch die 33-jährige hat zum Glück keine 08/15-Erfolgsbiografie geschrieben, sondern eine kluge, vielschichtige Sammlung kurzer Geschichten. In diesen erzählt sie auch von David Foster Wallace und Philip Roth, die sie mit ihren fiktiven Tennisszenen beeindruckt haben. Und von Jonathan Franzen, nach dessen Lesung sie ihn um ein Autogramm bat.

Bei ihrer eigenen Lesung erlebte ich Andrea Petković als schlagfertige, bodenständige und sympathische Gesprächspartnerin. Ich bin mir sicher: Wir werden noch mehr von ihr lesen. Guckt bei Gelegenheit auch mal auf Andreas Instagram-Account: Dort plaudert sie z.B. mit Sibylle Berg – ein sehr spannendes Gespräch.

Übrigens: Am 14. November wird Andrea Petković in meiner Literatursendung bei egoFM zu hören sein. Zur Show hier. 

Besondere Buch-Begegnungen

Was für ein Glück! In den vergangenen Wochen hatte ich jede Menge interessanter Moderationen und Interviews. Einer der Höhepunkte: Mein Gespräch mit Schauspieler und Bestsellerautor Joachim Meyerhoff. Im Café des Literaturhauses Berlin (Foto) nahm er sich viel Zeit für mich und sprach über seinen Schlaganfall, den er in seinem neuen Roman „Hamster im hinteren Stromgebiet“ verarbeitet hat. Nachzulesen ist das Interview als großer Kultur-Aufmacher in der aktuellen Ausgabe des Playboy. Nachzuhören sind Ausschnitte unseres Treffens in meiner Literatursendung auf egoFM vom 26.9. – einfach hier klicken.

Zum Livestream in der Lesungsreihe #readntalk traf ich Amelie Fried (Foto unten) und Stefanie Stahl im TV-Studio der Verlagsgruppe Penguin Random House in München. Wir diskutierten über „Die Spur des Schweigens“ und „Jeder ist beziehungsfähig“, und zahlreiche Buchhandlungen in ganz Deutschland waren mit ihren Kunden live mit dabei. Auch auf youtube und Litlounge.tv. Am 21. Oktober moderiere ich in dieser Reihe die Autorin Lena Kiefer, am 11. November Alex Beer.Nächste Woche wartet eine ganz besondere Aufgabe auf mich: Im Literaturhaus München präsentiere ich einen Abend mit der Weltklasse-Tennisspielerin Andrea Petkovich. Sie hat soeben einen Erzählband bei Kiepenheuer & Witsch veröffentlicht: „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“. Und beim Hugendubel-Onlinefestival „Bookstock“ moderiere ich am 23. Oktober einen Abend mit dem britischen Autor Ben Aaronovitch (Peter-Grant-Reihe bei dtv) – auf all diese besonderen Begegnungen freue ich mich schon!

Ach ja, fast vergessen: Für das Literaturhaus Herne/Ruhr habe ich ein kleines Video mit zwei Buchtipps aufgezeichnet. Mehr hier. 

Endlich wieder: Literatur live, in echt!

Endlich mal wieder auf einer großen Bühne stehen! Vor echten Zuschauern! Mit einem Autor, der mir nicht nur virtuell gegenübersitzt und einer Band, die leibhaftig anwesend ist.

Zum Glück kein Traum, sondern vor ein paar Tagen Realität. Im Innenhof des Deutschen Museums in München moderierte ich die Buchpräsentation von Peter Probsts neuem Roman „Wie ich den Sex erfand“ (Antje Kunstmann Verlag). Mit dabei: Die bayerisch-japanisch-kroatisch-schweizerische Band Sasebo. Für mich war es die erste „echte“ große Veranstaltung seit Mitte März, seit Corona einen Strich durch alle Auftritte gemacht hatte, die ich eigentlich in den letzten Monaten präsentieren sollte. Stattdessen moderierte ich zahlreiche Online-Events, Instagram-Talks, Facebook-Buchpremieren, Youtube-Videos etc. Auch das macht Spaß, klar.

Als ich jedoch im Spätsommerwind auf der Bühne beim Deutschen Museum stand, spürte ich sofort den Unterschied. Keine virtuelle Veranstaltung kann ersetzen, was ich höre, spüre und sehe, wenn tatsächlich Autor*innen und Zuschauer*innen bei mir, mit mir, vor mir sind. Die Atmosphäre ist greifbar, die Reaktionen sind real.

Peter Probst ging es genauso: Der erfolgreiche Drehbuchautor plauderte gut gelaunt über die Hintergründe seines neuen Romans, sein Aufwachsen in einer streng katholischen Familie im München der 1970er-Jahre. Er dankte überschwänglich allen, die am Gelingen dieses Abends beteiligt waren: Dem Sozialprojekt Bellevue di Monaco, dem „Eulenspiegel Flying Circus“, Sasebo und unseren Zuschauern, die zum Schluss bei 15 Grad auf ihren Stühlen aushielten. Der Applaus war lang und freundlich, und vermutlich dachte nicht nur ich: Bitte verzieh Dich endlich, Corona! Damit wir wieder viele weitere solcher Abende genießen können.