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Schlagwort-Archive: Moderation

münchner bücherschau junior, stadtmuseum, günter keilDa sind sie: „Die Gedichter“! Fünf junge Poetry-Slammerinnen, die mit mir die 11. Münchner Bücherschau Junior eröffneten. Ein Buchfestival, das Kinder und Jugendliche begeistert. Eines, das mich darauf hoffen lässt, dass Literatur nie ausstirbt. Dass das Lesen uns auch in Zukunft ein bisschen sozialer, gebildeter, bunter und offener macht.

Wie wichtig es ist, das frühe Lesen zu fördern, zeigt auch der US-Präsident: Donald Trump saß als Kind nur vor der Glotze, liest heute noch nicht, versteht die Welt nicht, hat keine Empathie, agiert durchweg unsozial. Die Münchner Bücherschau Junior (noch bis 19. März im Stadtmuseum) wirkt genau andersrum: sie entführt Kinder und Jugendliche in fantastische und alltägliche Welten, erklärt ihnen das Leben, spielt und bastelt mit ihnen, regt sie an, baut sie auf. Für mich ist es eine große Freude, als Moderator dabei zu sein. Vielen Dank an Birgit Franz und ihr Team in München und alle anderen, die ähnliche Festivals organisieren!

Mehr Infos zum Programm hier.

rita falk, günter keil, interview„Provinzkrimi“ steht auf den Eberhofer-Romanen von Rita Falk. Fünf Millionen Mal haben sie sich bis jetzt verkauft (aktuell: „Weißwurstconnection“). Vor 20 Jahren undenkbar – Provinz? Krimi? Fünf Millionen? Never ever. 

„Das hat sich total verändert – aber nicht für mich“ hat mir Rita Falk bei unserem Auftritt in Olpe (Foto) erzählt. „Ich fand es in der Provinz immer schon viel lebenswerter als in der Großstadt, und das Wort empfand ich grundsätzlich nicht als abwertend. Mich in eine U-Bahn quetschen oder im Stau auf Stadtautobahnen stehen zu müssen, ist für mich der Horror!“ Die 52-jährige hat aus ihren Kindheits- und Jugenderinnerungen Provinzkrimis gebastlelt – ihre Oma war tatsächlich ein bisschen so wie die Oma in den Büchern, und ihr Ehemann war 30 Jahre lang Streifenpolizist wie ihre Hauptfigur Franz Eberhofer. „Meinen Erfolg habe ich der Provinz zu verdanken!“ sagt Falk und lacht. „Und ich werde auch nie mehr vom Land wegziehen!“ Ganz egal, wie man über Provinzkrimis denkt: Dass aus dem Schimpfwort ein Markenzeichen geworden ist, beeindruckt.

eceWann? Wo? Wie? Als Freiberufler weiß ich nie genau, wie sich ein neues Jahr entwickeln wird. Es gibt Phasen, in denen ich rund um die Uhr schreibe, interviewe, recherchiere, moderiere. Unterbrochen von Phasen, in denen ich Luft hole, nachdenke, plane, neue Projekte starte – und hoffe, dass es bald wieder richtig los geht.

Für 2017 steht jetzt schon fest: Ich werde in den nächsten Monaten mit vielen großartigen Autoren auf der Bühne stehen. Simon Beckett, Sebastian Fitzek, Rita Falk, Marc Elsberg, Michael Tsokos, Nicola Föhr, Petra Oelker, Tilman Röhrig, Michael Lösch – und, besonders spannend: Mira Magén aus Israel, Ece Temelkuran aus der Türkei (siehe Foto von unserer Lesung in Frankfurt 2015). Außerdem moderiere ich die Eröffnung der Münchner Bücherschau junior. Zu Interviews treffe ich u.a. Jussi Adler-Olsen und Georg M. Oswald – beide veröffentlichen im März ihre neuen Romane.

Natürlich schreibe ich auch weiter für zahlreiche Medien, und ich bin seit Anfang des Jahres wieder verantwortlich für die Buchseite des Playboy. In der aktuellen Ausgabe rezensiere ich dort T.C. Boyle, Michael Connelly, Fil Tägert und Dennis Lehane. Damit auch in Männermagazinen die Literatur lebt!

paul mcveigh, lesung, literaturblog, günter keilStille. Absolute Stille. 200 Zuschauer hören gebannt Paul McVeigh zu. Ich sitze neben dem nordirischen Schriftsteller auf der Bühne in Olpe und bin einfach nur dankbar. Für diesen Job. Für dieses Publikum. Für diese Literatur, die live noch lebendiger, greifbarer wird. McVeigh beantwortet meine Fragen nach seiner Kindheit inmitten des Bürgerkriegs in Belfast. Der 48-jährige spricht über die Angst, die er und seine sieben Geschwister hatten, über den Humor, den sie als Schutzschild und Waffe benutzten, über Bomben und Schüsse, die Armut seiner Familie, das Zusammenleben von einem Dutzend Menschen in zwei Zimmern. All dies floss in Pauls Roman „Guter Junge“ ein – ein Buch, mit dem der Ire einer Generation eine Stimme geben will, die unter Alpträumen und Schlaflosigkeit gelitten hat.

Natürlich sprechen wir auch über Whiskey, Irish Dance, Kilts. Und über alles, was das Leben ausmacht. Über Liebe und Leidenschaft, Krankheit und Tod. Ist das nicht wunderbar? Literatur führt Menschen zusammen, bewegt, immer wieder. Besonders dann, wenn Autoren auf Leser treffen. Dass ich diese Abende mit meiner Moderation mitgestalten kann, freut mich jedes Mal aufs Neue.

In den vergangenen zwei Monaten war ich wieder in ganz Deutschland unterwegs – mit Simon Beckett, Arne Dahl, Petros Markaris & Esmahan Aykol, Garry Disher und vielen anderen Künstlern. Und immer gab es einen oder mehrere magische Momente. Vielen Dank an alle, die das möglich machen: Autoren wie Paul McVeigh und ihre Verlage, Veranstalter wie Georg Spielmann von der Dreimann Buchhandlung, Menschen, die sich auf das Live-Abenteuer Lesung einlassen.

arne dahl. sieben minus eins, günter keil, piper, lesung, moderationNein, ich habe nicht die Jahreszeiten verwechselt. Es ist Sommer. Aber für mich ist auch schon Herbst, seit Wochen, irgendwie. Das liegt nicht am Wetter, sondern an den Planungen von Verlagen und Veranstaltern. Wie jeden Herbst werde ich jede Menge Lesungen moderieren. Und wie jedes Jahr werden dafür schon Monate im Voraus Termine festgemacht. Für mich ist das immer wieder aufs Neue ein spannendes Spiel. Denn ein halbes Jahr vorher weiß ich nicht, wann ich wo mit wem auf einer Bühne stehen werde. Doch dann, fünf, vier, drei Monate vorher, kommen immer mehr Anfragen. Manche überschneiden sich (schade!), manche ergänzen sich (genial!). Für mich heißt das: planen, organisieren, vorbereiten. Schon jetzt Bücher lesen, Autoren kontaktieren, Interviews ausdenken, Reisen organisieren.

Was mich in diesem Herbst besonders freut: Ich moderiere fünf Lesungen mit dem Schweden Arne Dahl (Foto). Sein neuer Thriller „Sieben minus eins“ (Piper) erscheint Anfang September, später sind wir in Göttingen (15.9.), Iserlohn (18.9., Festival „Mord am Hellweg“), Köln (19.9. „Crime Cologne“), Leipzig (21.10.) und München (8.11., Krimifestival). Unterstützt werden wir u.a. von den großartigen Schauspielern Christian Berkel und Gerd Köster.

Sehr gespannt bin ich auch auf die israelische Autorin Dorit Rabinyan (28.9., München), den Iren Paul Mc Veigh (15.11., Olpe) und den Briten Philip Kerr (25.11., München). Bei Europas größtem Krimifestival „Mord am Hellweg“ moderiere ich außerdem Veranstaltungen mit Garry Disher, Petros Markaris und der Türkin Esmahan Aykol.

Ach ja, auf der Buchmesse moderiere ich natürlich auch. Und und und… (mehr dann zeitnah)

goeLiteratur, überall. Als Flatrate. Digital. Noch nie hatten so viele Menschen so direkten Zugang zu Lesestoff, oft kostenlos. Ein großer Teil der Klassiker der Weltliteratur steht im Netz bereit, zum Kauf, zum Klau, zum Konsum.

Moment. Konsum? Nicht unbedingt. Der Sozioloe Hartmut Rosa beobachtet, dass zwar immer mehr Kulturgüter digital angehäuft werden, und es immer wichtiger wird, Zugang zu großen kulturellen Datenbanken zu haben. Doch heutzutage werde immer weniger Literatur komplett gelesen, immer weniger Musik am Stück gehört. Mal reinklicken und -gucken, ja. Und vor allem: die Gewissheit genießen, alles zur Verfügung zu haben. Aber genau dafür, so Rosa, haben oder nehmen sich die wenigsten Menschen Zeit. Stattdessen: „Reichweitenvergrößerung“.

Wie ich auf Rosas Thesen komme? Vor ein paar Tagen moderierte ich eine Podiumsdiskussion mit dem Soziologie-Professor beim internationalen Kultursymposium des Goethe Institus in Weimar. „Teilen und Tauschen“ war das Motto der Veranstaltungsreihe – und tatsächlich, da waren sich alle Experten einig, wird im Netz so viel geteilt & getauscht wie nie zuvor. Die Kultur des Gemeinsamen erlebt also einen Aufschwung, doch damit verbunden sind jede Menge Risiken: Datenklau, Beliebigkeit, ein Ende der Privatsphäre. Und Kauf (oder Geschenk) statt Konsum. Verrückte Welt, oder? Mehr unter #KSWE16

booksKönnt Ihr mal bitte kurz zur Seite gehen? Oder vielleicht gleich verschwinden? Nein. Letzteres besser nicht. Ich brauche Euch Bücherstapel schließlich auch 2016, egal wie sehr Ihr mir im Weg steht und Druck macht. Ja, ich werde Euch verschlingen, rezensieren!

Die neuen Frühjahres-Romane sind bald da. Von John Irving, Karen Duve, Yann Martel, Heinz Strunk, Michael Connelly, Julie Zeh, Don Winslow, Benedikt Wells, Stuart O´Nan, Gianrico Carofiglio, Castle Freeman, Shida Bazyar, Martha Grimes…

Worauf ich mich noch freue: jede Menge Moderationen. Los geht´s am 14. Januar live auf www.litlounge.tv mit Österreichs Thrillerautor Nr. 1 Bernhard Aichner. Wir werden uns eine Stunde lang unterhalten – über seine internationalen Bestseller „Totenfrau“ und „Totenhaus“. Und über alles, was man über Aichner wissen muss.

Am 13. März eröffnet US-Starautor Don Winslow im Literaturhaus das Krimifestival München. Ich moderiere die Veranstaltung mit Schauspieler Dietmar Wunder und Winslows neuem Roman „Germany“. Anschließend touren wir drei durch Deutschland (Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, Olpe) – das wird genial!

So. Eigentlich wollte ich es ja kurz machen. Also noch schnell ein paar Termine, auf deren Moderation ich mich ebenfalls freue: Die Verleihung des Stuttgarter Krimipreises, die Eröffnung der Bücherschau Junior in München und diverse Lesungen auf der Buchmesse Leipzig.

Mehr dann hier im Blog. Und immer aktuell auf meiner Facebook-Seite.