9/11 mal anders herum

ruffMatt Ruff weiß, wie man Leser packt. Mit so einem ersten Satz: „Dies ist der Tag, der die Welt verändert.“ Damit beginnt der New Yorker Autor seinen Roman „Mirage“ (dtv). Was danach kommt, ist genauso packend. Ruff schreibt die 9/11-Geschichte neu. Seine provokante Variante: Am 9.11.2001 steuern christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, während das vierte, für Mekka be- stimmt, in der Wüste abstürzt. Die Vereinigten Arabischen Staaten (VAS) besetzen daraufhin die Ostküste von Amerika (!!!). Ruff schildert seine schräge Story aus der Perspektive von Mustafa, Samir und Amal, drei VAS-Bundesagenten. Zwischendurch zitiert er Ausdrucke aus der „Bibliothek von Alexan- dria“. Darin wird z.B. erklärt, was die CIA ist: Christian Intelligence Agency, ein Nachrichten- dienst, „der primäre Spionagearm der Regierung der Evangelischen Republik Texas“. So wie Matt Ruff hat sich noch kein Autor mit den Themen Terrorismus und Glaubenskriege auseinandergesetzt. Dadurch, dass er den Spieß umdreht, entstehen schräge, lehrreiche Perspektiven. „Mirage“: eine brisante, raffinierte Satire.

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