Wiglaf Drostes letzte Gedichte

„Behalten wir’s im Auge,
dass die Welt was tauge,
dass aus der schönen, alten Erde
wo möglich einmal eine werde.“

Im Mai 2019 starb Wiglaf Droste. Ein Tod, der mich ähnlich geschockt und traurig gemacht hat wie jener von Roger Willemsen. Viel zu früh mussten die beiden brillanten Kulturmenschen gehen – Droste mit 57, Willemsen mit 60.

„Tisch und Bett“ (Kunstmann) heißt der Gedichtband, der nun die letzten Verse Drostes zusammenfasst. Das Themenspektrum ist enorm: Der virtuose Wortkünstler schreibt über Fremdenhass, Zikaden, den BVB, Neid, Frauen, die Zigarre rauchen, Autobahnraststätten, Kastanien, WLAN im ICE und ein lobt einen Schokoladenladen.

„Mal trinkt man Tee, mal trinkt man Wasser / was zählt: das Innere wird nasser.“  (Auszug aus „Über die Flüssigkeit“)

Droste-Lyrik ist immer vieles zugleich: Böse und scharfsinnig, liebenswert und fein. Der Westfale dichtete sich spielend vom Privaten zum Politischen, Witz und Wut liegen nah beieinander, und seine kurzen Texte zeigen zum leider letzten Mal, welch kluger Kopf und großer Menschenfreund Droste war.

„Wir sind jetzt noch näher / am Bürger! / Frohlocken die Späher / und Würger.“

Übrigens: Ich bin jetzt auch auf Instagram und freue mich, wenn Ihr mir hier folgt.

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