Fiktion aus Afrika, Lyrik aus Israel

Es passiert ja nicht jeden Abend, dass ich mit einer der interessantesten literarischen Stimmen Afrikas und einem der wichtigsten Gegenwartslyriker Israels am Tisch sitze und diskutiere. Doch es kommt vor. Letzte Woche zum Beispiel, beim von Ingo Schulze kuratierten Literaturfest München.

Auf dem Podium: Petina Gappah aus Simbabwe, die ihren aktuellen Roman „Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“ (S. Fischer) vorstellte. Und Yitzhak Laor, der aus seinem Lyrikband „Auf dieser Erde, die in Schönheit gehüllt ist und Wörtern misstraut“ (Matthes & Seitz Berlin) las. Zu dritt besprachen wir die Auswirkungen des Mauerfalls vor 30 Jahren und die gesellschaftspolitische Entwicklung seit diesem Umbruch. „Das Ende der Geschichte“? Nein, aber ein entscheidender Einschnitt, da waren wir uns einig.

Als die Schauspielerin Marion Niederländer schließlich Laors wunderschönes Gedicht „Ich habe genug“ vortrug, war es mucksmäuschenstill in der Bibliothek des Literaturhauses München. Laor erzählte, dass er diese Zeilen seiner Frau als Geburtstagsgeschenk schrieb – und so fand dieser inspirierende, einmalige Abend ein gänzlich unpolitisches, geradezu romantisches Ende.

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