Lesungen · Moderation

Vorfreude: Mein Literatur-Herbst

Wer denkt schon mitten im Sommer an den Herbst? Ich. Das gebe ich ganz offen zu. Denn zurzeit laufen die Planungen für den Literatur-Herbst auf Hochtouren.

Schon jetzt steht fest, dass ich etwa am 6. November in München die Premierenlesung für Charlotte Links neuen Roman „Die Suche“ moderieren werde (Foto links). Außerdem gehe ich mit Arne Dahl auf Lesereise (u.a. am 12.10. bei der Crime Cologne, 17.10. in Erfurt und 18.10. in München). „Downton Abbey“-Autorin Jessica Fellowes treffe ich am 18. September auf Schloss Hamm, US-Autor Tom Rachman am 21.9. im Literaturhaus München.

Damit nicht genug. Bei Europas größtem Krimifestival Mord am Hellweg moderiere ich Veranstaltungen mit der irischen Thrillerautorin Olivia Kiernan (26.9.), dem Griechen Petros Markaris (28.10., Foto rechts), dem schwedischen Duo Hjorth & Rosenfeldt (8.11.) und Simon Beckett mit Schauspieler Joe Bausch (20.11.).

Weitere Termine folgen… Ich freue mich schon drauf!

Lesungen · Moderation

On stage mit Stars

Jojo Moyes, Oliver Bottini, Nicole Krauss, Nicola Förg, Jens Henrik Jensen, Iny Lorentz… In den vergangenen Wochen stand ich wieder mit zahlreichen Bestsellerautoren auf der Bühne.

Die größte Halle füllte Jojo Moyes (links) – vor 600 Zuschauern im Kupfersaal Leipzig versicherte mir die Britin, dass sie immer auf dem Boden bleiben würde, trotz 31 Millionen verkaufter Bücher weltweit. Der Grund: „Ich hatte so viele Flops mit meinen früheren Romanen, das hat mich dankbar und realistisch gemacht.“

Große Ehre. Beim Stuttgarter Krimipreis, bei dem ich in der Jury bin, hielt ich die Laudatio auf Oliver Bottini und seinen aktuellen Roman „Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“. Sein Krimi ist lehrreich, ohne belehrend zu sein, politisch ohne Propaganda zu verbreiten, spannend, ohne übermäßig zu dramatisieren. Nach der Verleihung plauderte ich mit Oliver Bottini, der ebenfalls ausgezeichneten Simone Buchholz und Wolfgang Schorlau. Ein Sofa-Gespräch auf höchstem Krimi-Niveau (Foto rechts).

Nicole Krauss („Waldes Dunkel“) kam aus Brooklyn und erzählte mir im Literaturhaus München, dass Literatur für sie eine Einladung an Leser sei, sich neuen Welten und Perspektiven zu öffnen: „Lesen und Schreiben erweitern den Horizont. Wir lernen in diesen Parallelwelten, uns selbst in einer anderen Sphäre zu erleben und uns besser kennenzulernen. Das hat eine spirituelle Dimension für mich. Fiktion und Fantasie sind mindestens so wichtig wie die Realität!“ Auf dem Foto links: Krauss mit Schauspielerin Sunnyi Melles, die deutsche Passagen aus „Waldes Dunkel“ las.

Bilder-/Kinderbuch · Buchbranche · Kinderbuch · Moderation

Kinderleseschlaraffenland

Wie schön, wie lustig: Gestern durfte ich mal wieder mit Kindern und für Kinder moderieren. Wie jedes Jahr zur Eröffnung der Münchner Bücherschau Junior. Ein wunderbares Lesefestival mit Kreativwerkstätten, Lesehütten, Illustrationsausstellunge, Schmökerinseln und jeder Menge Lesungen. 5.000 Medien von mehr als 100 Verlagen liegen, stehen und hängen in den Räumen im Münchner Stadtmuseum. „Neugierig auf die Welt“ lautet das Motto – und es ist toll zu sehen, wie neugierig sich Kinder und Jugendliche auf die Bücher stürzen. Es wird also noch gelesen. Sogar voller Begeisterung. Doch wir alle wissen: das Lesen ist trotzdem gefährdet. Umso wichtiger, dass es es Festivals wie dieses gibt, die Kinderleseschlaraffenländer erschaffen.Vielen Dank an die Organisatorinnen! Und an meine beiden Co-Moderatoren Emelie und Peer – ihr wart klasse!

Über mich · Buchbranche · Moderation

Mein persönlicher Jahresrückblick

Besuch bei Ai Weiwei in seinem Berliner Atelier – eine der vielen besonderen Begegnungen mit Künstlern dieses Jahr

Es war ein Risiko. Aber seit diesem Jahr weiß ich: es hat sich gelohnt, es einzugehen.

Vor etwa acht Jahren habe ich beschlossen, mich voll und ganz der Literatur zu widmen. Bücher zu rezensieren, Autoren zu interviewen, Lesungen zu moderieren. All das hatte ich vorher auch schon getan – aber eher nebenbei, da ich auch noch viele andere Jobs für Radio- und TV-Sender hatte.

Damit machte ich Schluss. Konzentrierte mich auf das, was mir wirklich wichtig war. Eine gewagte Entscheidung, denn in den Medien (und besonders für uns Freiberufler) gilt: Am schlechtesten wird im Kulturbereich bezahlt. Kein Wunder also, dass es zähe, harte Jahre wurden, bis ich Redaktionen gefunden hatte, die meine Texte kauften. Ähnlich schleppend entwickelte sich meine Auftragslage für Lesungsmoderationen. Jahrelang war ich mir nicht sicher, ob ich davon leben könnte. Aber ich blieb dran. Startete diesen Blog. Machte weiter. Und ganz langsam entwickelte sich etwas.

Jetzt, nach einem erfüllenden und erfolgreichen Jahr, weiß ich: es klappt. 2017 hatte ich großartige Begegnungen und tolle Aufträge. Interviews und Moderationen mit T.C. Boyle (links), Ken Follett, Arundhati Roy (oben), Jo Nesbø, Jostein Gaarder (unten)… Außerdem traf ich den chinesischen Künstler Ai Weiwei und Hollywoodstar Bryan Cranston („Braking Bad“). Ich schreibe für jede Menge Medien und moderiere für fast alle großen Verlage und wichtigen Literaturfestivals.

Die Honorare in unserer Branche sind zwar nach wie vor oft unterirdisch. Skandalös schlecht. Ich verdiene bei weitem nicht so viel wie früher. Aber das ist mir egal – etwas tun zu können, das ich wirklich will und das sinnvoll ist, bedeutet mir mehr. Zum Glück habe ich inzwischen genug Auftraggeber, die Kultur schätzen – und meine Arbeit. Das motiviert. Und macht dankbar.

Vielen Dank auch an Euch alle – ich weiß, Ihr liebt Bücher, Filme und andere Kunstwerke genauso wie ich!

Machen wir einfach weiter – denn eine Welt ohne Kultur (und ohne Medien, die darüber berichten) ist nicht lebenswert.

 

 

 

 

 

 

Interview · Moderation

Jostein Gaarder über Träume und die Fantasie

jostein gaarder, ein treuer freund, interview, günter keil„Sofies Welt“ hat Jostein Gaarder berühmt gemacht – sein Bestseller von 1993 wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Vor ein paar Tagen hatte ich die Ehre, Gaarders Auftritt im Literaturhaus München zu moderieren (Foto). Anlass: „Ein treuer Freund“ (Hanser), der neue Roman des 65-jährigen Norwegers. In unserem Gespräch ging es natürlich um Philosophie, Gaarders großes Thema. Ich wollte von dem sympathischen Schriftsteller allerdings auch wissen, ob er eine besonders ausgeprägte Fantasie hat, der seine Figuren und Geschichten entspringen. Gaarders Antwort:

„Ich glaube, jeder von uns hat eine große Fantasie und die Fähigkeit zum Geschichtenerzählen. Wir träumen doch auch alle die verrücktesten und schönsten Träume – dann wachen wir auf und fragen uns: War das wirklich ich, der diese Geschichte erfunden hat und auch noch darin vorkam? Das Unterbewusstsein stattet uns mit viel Fantasie aus – nur kommt sie eben nicht immer hervor. Viele schüchterne Menschen blühen in bestimmten Situationen auf, Schauspieler etwa auf der Bühne. Dann werden sie laut und fantasievoll. Die Hauptfigur meines neuen Romans ist ein einsamer, zurückhaltender Mann, der mit einer Handpuppe spricht. Sie verhält sich genau andersherum, ist vorlaut, witzig und offensiv – und all das kommt trotzdem aus dem Mann. Wir sind vielschichtiger und kreativer als wir glauben.“

Buchbranche · Lesungen · Moderation

Lockt Literatur nur die Alten?

Der historische Saal im Alten Rathaus Göttingen, vor ein paar Tagen. Ich sitze mit der türkischen Schriftstellerin und Journalistin Ece Temelkuran auf der Bühne. Wir diskutieren über Erdogan, Trump, inhaftierte Künstler, Populismus, die Einflussmöglichkeiten von Literatur und Temelkurans neuen Roman „Stumme Schwäne“ (Hoffmann und Campe). Eine Lesung, wie ich sie liebe: Aktuell, spannend, politisch, abwechslungsreich.

Im Publikum: überwiegend junge Leute, viele Studenten, höchstens zwanzig Prozent älter als 35 Jahre. Der beste Beweis, dass nicht nur Bildungsbürger 55 plus zu anspruchsvollen Lesungen kommen. Nicht dass ich etwas gegen ältere Zuschauer hätte (die außer bei Festivals tatsächlich oft die Mehrheit stellen) – aber es motiviert mich und alle Beteiligten, wenn sich auch literaturbegeisterter Nachwuchs zeigt. „Wow! Das war außergewöhnlich!“ meinte Ece Temelkuran, die sich bei ihren internationalen Auftritten manchmal wie auf einem Seniorentreff vorkommt. In der Türkei hat sie viele junge Fans, doch dort wird sie länger nicht mehr auftreten, aus Sicherheitsgründen. Die 43-jährige lebt inzwischen in Zagreb im Exil. Mein spannendes Interview mit Ece demnächst hier im Blog…

Ein dickes Dankeschön für diesen Abend an Anja Johannsen vom Literarischen Zentrum Göttingen und ihr Team!

Buchmesse · Moderation

Ja, Ja, Ja, Leipzig

buchmesse leipzig, günter keil, moderation, lesungen, literaturblog Ja: Das Hotelzimmer ist total überteuert. Ja: In den Hallen ist es eng, stickig und laut. Ja: Es gibt schönere Orte als das Messegelände Leipzig.

Und dennoch: Schön, dass es morgen wieder losgeht! Ich freue mich auf das große Frühjahresklassentreffen aller Literaturbegeisterten. Auf Gespräche, Treffen, Interviews, Moderationen, Anregungen, Kontakte, Lesungen…

Bücher? Mal sehen. Mal überraschen lassen. Die meisten Neuerscheinungen habe ich ja schon. Zum Glück. Aber irgendjemand steckt mir immer im Vorbeigehen noch etwas Interessantes zu – „Hast du das schon gelesen?“ Hm. Kann nicht widerstehen, schleppe am Sonntag vier Kilo mehr nach Hause.

Am Messewochenende ist für mich am meisten los – ich moderiere Veranstaltungen mit Sebastian Fitzek, Tilman Röhrig, Michael Tsokos, Petra Oelker und Michael Lösch. Direkt auf der Messe, bei Leipzig liest!, in der Alten Nikolaischule und bei Lehmanns Media. Ich hoffe, wir sehen uns!