Zeit für die Afropolitans!

SelasiUS-Schriftstellerin Taiye Selasi hat ein neues Wort erfunden: „Afropolitans“. Damit meint sie afrikanisch-stämmige Menschen wie sie. Gebildet, kosmopolitisch, modern. Ihr Debütroman „Diese Dinge geschehen nicht einfach so“ (S.Fischer) ist ein faszinierendes Buch im Spannungsfeld zwischen Afrika und Amerika. Selasi beginnt ihre Geschichte mit einem stillen Tod: Kwaku, ein erfolgreicher Chirurg, stirbt an einem Herzinfarkt, daheim in Ghana. Seine vier Kinder haben mit Afrika nicht viel am Hut, sie sind scheinbar überall auf der Welt daheim. Doch mit dem Tod des Vaters gerät ihre Unabhängigkeit ins Wanken. Die inneren Konflikte der Familienmitglieder schildert Selasi voller Mitgefühl und mit einer bezaubernden Sprache. Ein nahezu perfekter, moderner Heimatroman, vielleicht eine Spur zu blumig. Meine Rezension dazu ist gerade in der „Rheinpfalz“ erschienen.