Draußen am Rand

gugicSie sind nicht da, wo sie sein wollen. Sondern irgendwo anders, auf der Suche, in einer Sackgasse, am Rand. Die Wiener Autorin Sandra Gugic porträtiert in „Astronauten“ (C.H. Beck) sechs junge Menschen, die den Kontakt zu ihrem bisherigen Leben verloren haben. Sie begegnen sich in einem vietnamesischen Imbiss in der Nachbarschaft oder in einem Park. Doch sie bleiben in ihren Gedanken gefangen. Gugic, Open Mike Preisträgerin 2012, gibt ihren Protagonisten starke, eigenwillige Stimmen und protokolliert ihre inneren Monologe. In kurzen Kapiteln springt sie von Darko zu Zeno, von Mara zu Alen, von Niko zu Alex. Niko, ein Polizist, der soeben Vater geworden ist, taucht im Schwimmbad unter, so lange er kann. Und stellt fest: „Hier, im Rückzug von den Geräuschen, den Gesprächen und offenen Fragen, dem Lärm der Stadtmaschine, ist der einzige Ort, an dem mein Kopf Ruhe gibt.“ Doch kaum ist er wieder oben, setzen Schuldgefühle ein. Gugic´ Debütroman hat ein hohes Tempo und einen poetischen Ton, dem man sich kaum entziehen kann. Ein starkes Debüt!