Unterwegs mit den Superhelden

superBieder, langweilig, lehrreich: Bücher für so genannte Erstleser (6-7-Jährige) sind oft zum Gähnen. Weil sie vor allem pädagogisch wertvoll sein wollen. Das kann man aber auch anders: frecher, frischer, moderner. Wie in „Die Superhelden und der blaue Honk“, soeben im Tulipan Verlag erschienen. In dieser kurzen Geschichte erzählt Autorin Sylvia Heinlein ganz locker und sehr witzig von drei Jungs. Und drei Superhelden. Und einem Comicladen. Und dem blauen Honk. Und von einem spannenden Abenteuer. Und… ach, man muss dieses liebenswert-schräge Buch einfach mögen. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht jeder Oma pädagogisch wertvoll erscheint. Zu Heinleins wunderbar entspanntem Plauderton passen die knallbunten, lustigen Illustrationen von Sabine Wiemers. Ein Buch, das Spaß macht. In dem auch Erwachsenen noch etwas lernen können, etwa: „Wenn Superhelden nicht ständig etwas Spannendes zu tun haben, werden sie quengelig“ oder „Wenn man Pizza isst, kann man besonders gut nachdenken“. Gut, das wir das jetzt endlich wissen!

Traurig sein macht glücklich

UnknownDas kleine Mädchen ist traurig. So unendlich traurig, dass sich über ihr eine Regenwolke bildet, aus der es pausenlos schüttet. Das ist die Grundkonstellation von „Das Regenmädchen“ (Pattloch), einem wunderbaren neuen Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren. Johanna Lindemann wagt sich damit an ein wichtiges Thema, das in Kinderbüchern oft zu einfach und schnell aufgelöst wird: das Traurigsein. Lucie Göpfert, eine für ihre schrägen, fantasievollen Figuren bekannte Illustratorin aus Halle, zeigt die Hauptfigur mit tiefdunklen Haaren und dunklem Kleid. Doch ihre Bäckchen sind rosa, auf dem Kleid fliegen weiße Wolken umher – und man spürt, dass das Mädchen eine starke Persönlichkeit besitzt. Das Regenmädchen wird berühmt, und es fliegt nach Afrika. Über dem Flugzeug schwebt eine Regenwolke. Bei ihrer Ankunft wird die Traurige herzlich begrüßt, schließlich sorgt sie für Regen. Johanna Lindemann gelingt das Kunststück, mit der Traurigkeit eine positive Entwicklung zu verbinden. Insofern ist „Das Regenmädchen“ ein wertvolles Buch in einer Zeit, in der permanent vermittelt wird, dass jeder gut drauf sein soll. Lucie Göpferts unkonventionelle Illustrationen machen die Geschichte zu einem optischen Erlebnis: ihr bunter, liebevoller Blick auf die Welt des Regenmädchens ist einmalig.