Hoch oben in Südtirol

Hach… ist sie nicht herrlich, die Bergwelt? Grandiose Natur, ein Traum zum Wandern und Skifahren, für einen Kurzurlaub auf einem Bauernhof… Ja, dort oben können wir Stadtmenschen uns so richtig erholen und in Klischees denken.

Doch wie geht es tatsächlich den Leuten, die dort oben wohnen? Die versuchen, ihre Tiere, Felder und Höfe über Generationen hinweg zu pflegen? Die den Spagat zwischen Landwirtschaft und Familienleben wagen? Um diese Fragen hat Jarka Kubsova mit “Bergland” (Wunderraum) einen großartigen Roman gestrickt. Sie erzählt von einer Familie, die im abgelegenen Tiefenthal in Südtirol einen Hof bewirtschaftet. Auf 1650 Metern Höhe. Das ist keine klassische Generationensaga, sondern ein moderner, prägnanter Blick hinter die Fassaden von Tourismus und Tierhaltung.

Im Mittelpunkt stehen Rosa und Franziska, zwei Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts und in der Gegenwart ihren Hof in Schuss halten. Die eine auf traditionelle Art, die andere ganz fortschrittlich – mit allen Vor- und Nachteilen. In einer hellen, wachen Sprache berichtet Jarka von Gastfreundschaft, Rentabilität, Kindererziehung, Gleichberechtigung, und immer wieder von der Faszination der Natur. Ein kurzer, komplexer Roman mit dem Informationsgehalt eines Sachbuchs, der trotzdem mit einer angenehmen Leichtigkeit daherkommt.

Ach ja, und nachhaltig ist dieses Buch sogar auch noch, denn man will es gleich noch einmal lesen oder dem Hörbuch des Hörverlags lauschen.

Ich habe den Roman in meiner Literatursendung auf egoFM am 24. Juli vorgestellt. Zur Show hier.