Die therapeutische Wirkung von Krimis

arne dahl, sechs mal zwei, günter keil, krimiIch hasse Keller und mag kein Blut. Aber ich schreibe gerne darüber. In meinem neuen Thriller `Sechs mal Zwei´ gibt es zum Beispiel eine schrecklich spannende Kellerszene und jede Menge Blut“ hat mir Arne Dahl auf einer seiner Lesungen verraten, die ich moderiert habe. „Mir hilft das wie eine Katharsis.“

Der schwedische Bestsellerautor weiß also, dass Spannungsromane eine therapeutische Wirkung haben. Nicht nur, weil sie helfen können, sich persönlichen Abneigungen zu stellen. Sondern auch, weil sie in unruhigen Zeiten Sicherheit und Kontrolle verheißen: „In einer Welt, in der Menschen wie Trump regieren und Fake-News üblich geworden sind, beinhalten Krimis und Thriller das Versprechen an ihre Leser: es wird zwar unangenehm, und ihr müsst etwas aushalten, aber dann kommt garantiert eine Lösung. Das Problem ist unter Kontrolle. Genau diese verlässliche Kontrolle, die das Grauen in Grenzen hält, macht die Faszination von Spannungsliteratur aus.“

Und wie geht es weiter mit dieser aktuellen „dummen Welt“, wie sie Arne Dahl nennt? Er gibt die Hoffnung nicht auf: „Alle wichtigen menschlichen Entwicklungen und Errungenschaften, die Zivilisation, der Humanismus, sind aus Rückschlägen und Krisen entstanden. Auch aus dem Dunkel kann sich Helligkeit entwickeln – darauf vertraue ich.“ Möge er Recht behalten und die Katharsis funktionieren!

Warum mich Arundhati Roy glücklich macht

arundhati roy, lesung, das ministerium des äußersten glücks, günter keilDas Schönste an meinem Beruf sind die Momente, in denen ich mit Künstlern arbeite, die ich bewundere. Arundhati Roy zum Beispiel. Die indische Schriftstellerin („Der Gott der kleinen Dinge“) und Menschenrechts-Aktivistin schätze ich seit vielen, vielen Jahren. Nie hätte ich geglaubt, einmal mit ihr auf einer Bühne stehen zu können. Doch am 13. September ist es soweit. Ich habe die Ehre, Roys Lesung im Münchner Literaturhaus zu moderieren. Die 55-jährige stellt ihren neuen Roman „Das Ministerium des äußersten Glücks“ (S. Fischer) vor – und ich kann es kaum erwarten.

Auch sonst wird der Herbst spannend für mich: Krimilesungen mit Jo Nesbø, Val McDermid, Arne Dahl und Simon Beckett stehen an, ein Auftritt mit dem Kanadier Denis Thériault, außerdem die Web-TV-Reihe „Lit.Crime“ (Ende November auf litlounge.tv, u.a. mit Elisabeth Herrmann und B.C. Schiller) und ein Auftritt mit Lucinda Riley am 11. November in München bei der Lit.Love.

Sieht also ganz so aus, als würde es im Herbst viele Momente geben, die mich meinen Beruf weiter lieben lassen.

Warum ich meinen Job liebe

paul mcveigh, lesung, literaturblog, günter keilStille. Absolute Stille. 200 Zuschauer hören gebannt Paul McVeigh zu. Ich sitze neben dem nordirischen Schriftsteller auf der Bühne in Olpe und bin einfach nur dankbar. Für diesen Job. Für dieses Publikum. Für diese Literatur, die live noch lebendiger, greifbarer wird. McVeigh beantwortet meine Fragen nach seiner Kindheit inmitten des Bürgerkriegs in Belfast. Der 48-jährige spricht über die Angst, die er und seine sieben Geschwister hatten, über den Humor, den sie als Schutzschild und Waffe benutzten, über Bomben und Schüsse, die Armut seiner Familie, das Zusammenleben von einem Dutzend Menschen in zwei Zimmern. All dies floss in Pauls Roman „Guter Junge“ ein – ein Buch, mit dem der Ire einer Generation eine Stimme geben will, die unter Alpträumen und Schlaflosigkeit gelitten hat.

Natürlich sprechen wir auch über Whiskey, Irish Dance, Kilts. Und über alles, was das Leben ausmacht. Über Liebe und Leidenschaft, Krankheit und Tod. Ist das nicht wunderbar? Literatur führt Menschen zusammen, bewegt, immer wieder. Besonders dann, wenn Autoren auf Leser treffen. Dass ich diese Abende mit meiner Moderation mitgestalten kann, freut mich jedes Mal aufs Neue.

In den vergangenen zwei Monaten war ich wieder in ganz Deutschland unterwegs – mit Simon Beckett, Arne Dahl, Petros Markaris & Esmahan Aykol, Garry Disher und vielen anderen Künstlern. Und immer gab es einen oder mehrere magische Momente. Vielen Dank an alle, die das möglich machen: Autoren wie Paul McVeigh und ihre Verlage, Veranstalter wie Georg Spielmann von der Dreimann Buchhandlung, Menschen, die sich auf das Live-Abenteuer Lesung einlassen.

Der Herbst ist schon da!

arne dahl. sieben minus eins, günter keil, piper, lesung, moderationNein, ich habe nicht die Jahreszeiten verwechselt. Es ist Sommer. Aber für mich ist auch schon Herbst, seit Wochen, irgendwie. Das liegt nicht am Wetter, sondern an den Planungen von Verlagen und Veranstaltern. Wie jeden Herbst werde ich jede Menge Lesungen moderieren. Und wie jedes Jahr werden dafür schon Monate im Voraus Termine festgemacht. Für mich ist das immer wieder aufs Neue ein spannendes Spiel. Denn ein halbes Jahr vorher weiß ich nicht, wann ich wo mit wem auf einer Bühne stehen werde. Doch dann, fünf, vier, drei Monate vorher, kommen immer mehr Anfragen. Manche überschneiden sich (schade!), manche ergänzen sich (genial!). Für mich heißt das: planen, organisieren, vorbereiten. Schon jetzt Bücher lesen, Autoren kontaktieren, Interviews ausdenken, Reisen organisieren.

Was mich in diesem Herbst besonders freut: Ich moderiere fünf Lesungen mit dem Schweden Arne Dahl (Foto). Sein neuer Thriller „Sieben minus eins“ (Piper) erscheint Anfang September, später sind wir in Göttingen (15.9.), Iserlohn (18.9., Festival „Mord am Hellweg“), Köln (19.9. „Crime Cologne“), Leipzig (21.10.) und München (8.11., Krimifestival). Unterstützt werden wir u.a. von den großartigen Schauspielern Christian Berkel und Gerd Köster.

Sehr gespannt bin ich auch auf die israelische Autorin Dorit Rabinyan (28.9., München), den Iren Paul Mc Veigh (15.11., Olpe) und den Briten Philip Kerr (25.11., München). Bei Europas größtem Krimifestival „Mord am Hellweg“ moderiere ich außerdem Veranstaltungen mit Garry Disher, Petros Markaris und der Türkin Esmahan Aykol.

Ach ja, auf der Buchmesse moderiere ich natürlich auch. Und und und… (mehr dann zeitnah)

Ab heute im Handel: mein erstes E-Book!

ebookJussi Adler-Olsen, Simon Beckett, Don Winslow, Arne Dahl, Tess Gerritsen, Jo Nesbø, James Ellroy, Joy Fielding, Dennis Lehane, John Katzenbach, Martin Suter… Ja, sie alle sind dabei! Meine Interviews mit 20 Weltstars der Spannungsliteratur erscheinen heute als E-Book bei Edel. „Der Mörder im Kopf“ heißt die spannende Sammlung – und kostet nur 3,99 €. Erhältlich auf allen Buchportalen.

Das Besondere: Alle Gespräche erscheinen erstmals in XL-Länge. Und: Exklusiv für dieses E-Book habe ich den Bestsellerautoren zusätzliche Steckbrief-Fragen gestellt. Bei welcher Raumtemperatur schreiben Sie am liebsten? Was ist der Sinn des Lebens? Wie gehen Sie mit Zweifeln um? Die Stars haben mir auch ihre Lieblingssongs, größten Ängste und ihr bevorzugtes Toilettenpapier verraten.

Ich freue mich, wenn Ihr mein E-Book empfehlt, verschenkt, erwerbt – und wünsche Euch beim Lesen viel Spaß & Spannung! Im Angebot überall, wo es E-Books gibt, z.B.:

http://www.beam-ebooks.de/ebook/389194

http://www.edel.com/de/buch/release/guenter-keil/der-moerder-im-kopf/

Europa in Gefahr

hassWir bräuchten sie dringend. Mehr denn je. Eine länderübergreifende, hochprofessionelle, moralische europäische Ermittlereinheit. Genau so eine, wie sie Arne Dahl erfunden hat: Die Opcop-Gruppe. Soeben ist der vierte Teil der Serie erschienen, „Hass“ (Piper) – leider der letzte Fall des Teams. In dem Dahl erneut beweist, dass er die intelligentesten Polit-Thriller Europas schreibt. Nachdem ein schwedisches Biochemie-Unternehmen von Cyberspionage betroffen ist, ermittelt die Opcop-Gruppe in Belgien, Spanien, Italien, Holland, China und in den USA. Genmanipulation ist zu einem internationalen Geschäft geworden, in dem auch die kalabrische Mafia, Schanghaier Spitzenforscher und ein mächtiges privates Sicherheitsunternehmen aus New York mitmischen. Dass Arne Dahl diese komplexen Themen und die unterschiedlichen Charaktere seiner Ermittler überhaupt in einen logischen Plot packen kann, ist erstaunlich. Opcop, wir brauchen dich! Denn Europa ist in Gefahr – in diesem Thriller und in der Realität.

So soll ein moderner Polit-Thriller sein!

arneWillkommen in Europa: wo die Bettelmafia behinderte Menschen aus Rumänien kauft, die Ölindustrie gegen die EU-Kommission kämpft und rechtsradikale Organisationen von der Finanzkrise profitieren. In seinem neuen Roman „Neid“ (Piper) zeichnet Arne Dahl ein düsteres Bild des Kontinents. Doch der dritte Band der Serie um ein Team von Europol-Ermittlern ist kein Abgesang auf Europa. In Dahls raffiniertem Polit-Thriller stehen Menschen im Mittelpunkt, die gegen die Gier kämpfen. Allen voran der Stockholmer Polizist Paul Hjelm, Chef der Opcop-Gruppe. Für ihn arbeiten 14 Spezialisten aus verschiedensten europäischen Ländern, die diesmal an zwei Fronten aktiv sind: sie verfolgen die Chefs der Bettelmafia. Und sie beschützen eine EU-Kommissarin, die sich mit der Ölindustrie anlegt. Arne Dahls Mischung aus Genre-Spannung und kritischer Gesellschaftsanalyse ist einzigartig. Besser kann ein moderner europäischer Polit-Thriller kaum sein! – Ich habe Arne Dahl soeben interviewt – mehr über ihn im März…