Bilder-/Kinderbuch · Buchbranche · Kinderbuch · Moderation

Kinderleseschlaraffenland

Wie schön, wie lustig: Gestern durfte ich mal wieder mit Kindern und für Kinder moderieren. Wie jedes Jahr zur Eröffnung der Münchner Bücherschau Junior. Ein wunderbares Lesefestival mit Kreativwerkstätten, Lesehütten, Illustrationsausstellunge, Schmökerinseln und jeder Menge Lesungen. 5.000 Medien von mehr als 100 Verlagen liegen, stehen und hängen in den Räumen im Münchner Stadtmuseum. „Neugierig auf die Welt“ lautet das Motto – und es ist toll zu sehen, wie neugierig sich Kinder und Jugendliche auf die Bücher stürzen. Es wird also noch gelesen. Sogar voller Begeisterung. Doch wir alle wissen: das Lesen ist trotzdem gefährdet. Umso wichtiger, dass es es Festivals wie dieses gibt, die Kinderleseschlaraffenländer erschaffen.Vielen Dank an die Organisatorinnen! Und an meine beiden Co-Moderatoren Emelie und Peer – ihr wart klasse!

Kinderbuch · Neuerscheinung · Rezension

Unterwegs mit den Superhelden

superBieder, langweilig, lehrreich: Bücher für so genannte Erstleser (6-7-Jährige) sind oft zum Gähnen. Weil sie vor allem pädagogisch wertvoll sein wollen. Das kann man aber auch anders: frecher, frischer, moderner. Wie in „Die Superhelden und der blaue Honk“, soeben im Tulipan Verlag erschienen. In dieser kurzen Geschichte erzählt Autorin Sylvia Heinlein ganz locker und sehr witzig von drei Jungs. Und drei Superhelden. Und einem Comicladen. Und dem blauen Honk. Und von einem spannenden Abenteuer. Und… ach, man muss dieses liebenswert-schräge Buch einfach mögen. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht jeder Oma pädagogisch wertvoll erscheint. Zu Heinleins wunderbar entspanntem Plauderton passen die knallbunten, lustigen Illustrationen von Sabine Wiemers. Ein Buch, das Spaß macht. In dem auch Erwachsenen noch etwas lernen können, etwa: „Wenn Superhelden nicht ständig etwas Spannendes zu tun haben, werden sie quengelig“ oder „Wenn man Pizza isst, kann man besonders gut nachdenken“. Gut, das wir das jetzt endlich wissen!

Kinderbuch · Rezension

Traurig sein macht glücklich

UnknownDas kleine Mädchen ist traurig. So unendlich traurig, dass sich über ihr eine Regenwolke bildet, aus der es pausenlos schüttet. Das ist die Grundkonstellation von „Das Regenmädchen“ (Pattloch), einem wunderbaren neuen Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren. Johanna Lindemann wagt sich damit an ein wichtiges Thema, das in Kinderbüchern oft zu einfach und schnell aufgelöst wird: das Traurigsein. Lucie Göpfert, eine für ihre schrägen, fantasievollen Figuren bekannte Illustratorin aus Halle, zeigt die Hauptfigur mit tiefdunklen Haaren und dunklem Kleid. Doch ihre Bäckchen sind rosa, auf dem Kleid fliegen weiße Wolken umher – und man spürt, dass das Mädchen eine starke Persönlichkeit besitzt. Das Regenmädchen wird berühmt, und es fliegt nach Afrika. Über dem Flugzeug schwebt eine Regenwolke. Bei ihrer Ankunft wird die Traurige herzlich begrüßt, schließlich sorgt sie für Regen. Johanna Lindemann gelingt das Kunststück, mit der Traurigkeit eine positive Entwicklung zu verbinden. Insofern ist „Das Regenmädchen“ ein wertvolles Buch in einer Zeit, in der permanent vermittelt wird, dass jeder gut drauf sein soll. Lucie Göpferts unkonventionelle Illustrationen machen die Geschichte zu einem optischen Erlebnis: ihr bunter, liebevoller Blick auf die Welt des Regenmädchens ist einmalig.