Buchbranche · Moderation

Neue Video-Rezensionen

Wie erreicht man potentielle Buchkäufer? Und wie begeistert man Buchhändler für Neuerscheinungen? Königsfragen in Zeiten des Überangebots, in denen niemand mehr genau weiß, welche Medien wirklich genutzt werden. Die großen Verlage testen seit Jahren verschiedenste Formate: Blogs, Podcasts, Trailer, Online-Kanäle, Videos

Vor kurzem fragte mich die Droemer Verlagsgruppe, ob ich ein neues Experiment moderieren wolle – ein professionell gedrehtes Video über drei Neuerscheinungen des kommenden Herbstes. Warum nicht? Ich unterstütze gerne alle Versuche, mit neuen Mitteln auf Bücher aufmerksam zu machen. Schon klar: Das ist PR. Aber die Texte konnte ich selbst ohne Vorgaben schreiben, hinter den Romanen stehe ich, und meine Unabhängigkeit sehe ich bei solchen Jobs grundsätzlich nicht in Gefahr – ich arbeite schließlich für verschiedenste Verlage, moderiere u.a. auf Litlounge.tv (Random House) und rezensiere für zahlreiche Medien (z.B. SPIEGEL Online, Abendzeitung, Der Standard, WAZ, Playboy, Freundin). Nicht zu vergessen: Ohne PR-Aufträge könnte heute kaum ein freier Journalist überleben.

Also: Hier ist das Video. Sieben Minuten, für die wir fünf Stunden in einem Münchner Café gedreht haben. Viel Spaß beim Gucken!

Buchbranche · Lesungen · Moderation

Unsere neue Literaturshow – live in Hamburg und Köln

Literatur live, geht das bitteschön auch mal anders? Unterhaltsam, ohne flach zu sein? Kompetent, ohne abgehoben zu wirken? Abwechslungsreich, ohne oberflächlich rüberzukommen?

Na klar. Das geht. Deutschlands erfolgreichste Literaturbloggerin Karla Paul und ich haben ein Konzept geschrieben, es Literaturfestivals angeboten – und stehen bald in Hamburg und Köln auf der Bühne. Mit unserer eigenen Literaturshow. Mit prominenten Gästen wie Melanie Raabe & Linus Genschke (Köln) sowie Anne Siegel & Till Raether (Hamburg). Mit einem spannenden, witzigen Wettbewerb um die besten neuen Bücher. Mit einem Literaturabend, den es so noch nicht gab. Denn wir glauben, dass das Publikum nicht nur klassische Lesungen mag, sondern offen für Neues ist – genau das braucht die Literatur, um zu überleben.

Karla und ich werden live diskutieren, lachen und schwärmen. Mit unserem Publikum das Wunder des Lesens erkunden, hinter die Kulissen der Buchbranche blicken, Überraschungen liefern und von unseren Jobs erzählen. Wir freuen uns, wenn auch Ihr mit dabei seid! Noch gibt es Tickets

Die Termine: 19. September beim Harbourfront Literaturfestival Hamburg / 2. Oktober bei der Crime Cologne in Köln

Bilder-/Kinderbuch · Buchbranche · Kinderbuch · Moderation

Kinderleseschlaraffenland

Wie schön, wie lustig: Gestern durfte ich mal wieder mit Kindern und für Kinder moderieren. Wie jedes Jahr zur Eröffnung der Münchner Bücherschau Junior. Ein wunderbares Lesefestival mit Kreativwerkstätten, Lesehütten, Illustrationsausstellunge, Schmökerinseln und jeder Menge Lesungen. 5.000 Medien von mehr als 100 Verlagen liegen, stehen und hängen in den Räumen im Münchner Stadtmuseum. „Neugierig auf die Welt“ lautet das Motto – und es ist toll zu sehen, wie neugierig sich Kinder und Jugendliche auf die Bücher stürzen. Es wird also noch gelesen. Sogar voller Begeisterung. Doch wir alle wissen: das Lesen ist trotzdem gefährdet. Umso wichtiger, dass es es Festivals wie dieses gibt, die Kinderleseschlaraffenländer erschaffen.Vielen Dank an die Organisatorinnen! Und an meine beiden Co-Moderatoren Emelie und Peer – ihr wart klasse!

Über mich · Buchbranche

Worauf ich mich 2018 freue

Wie schön: Ich weiß jetzt schon, dass es ein wunderbares Jahr wird. Als Freiberufler kann ich zwar nie für 12 Monate vorhersagen, was wann passiert. Wie viele Aufträge reinkommen. Welche Stars ich treffe. Aber das kann ich schon verraten:

Im Kupfersaal Leipzig moderiere ich am 15. März eine Lesung mit der britischen Bestsellerautorin Jojo Moyes (rechts).

Mitte Januar treffe ich Schauspieler Moritz Bleibtreu in Berlin zum Interview über seinen neuen Film „Nur Gott kann mich richten“. 

Mit US-Autor Nickolas Butler (rechts) gehe ich Ende Februar auf Lesereise. Start im English Theater Berlin am 19.2.

Die Psychologin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl (unten) stellt am 27. Februar auf Litlounge.tv im Gespräch mit mir ihr neues Sachbuch „Jeder ist beziehungsfähig“ vor.

Beim Krimifestival München moderiere ich den Abend mit dem dänischen Starautor Jens Henrik Jensen (neuer Thriller „Der dunkle Mann“). Termin: 13.3.

Außerdem habe ich Veranstaltungen mit Arne Dahl (beim Festival Mord am Hellweg), Rita Falk, Lea Coplin, Wolfram Fleischhauer, Nicola Förg und vielen anderen. Mehr Details bald…

Und auf welche Bücher freue ich mich am meisten? Den neuen Haruki Marukami natürlich, Peter Stamms „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“, Bernhard Schlinks „Olga“, „Strafe“ von Ferdinand von Schirach, Paul Austers „Das rote Notizbuch“, Roberto Savianos „Der Clan der Kinder“ sowie neue Romane von Kathrin Weßling, Gianrico Carofiglio, Heinrich Steinfest, Lilian Loke, Max Scharnigg

 

 

Über mich · Buchbranche · Moderation

Mein persönlicher Jahresrückblick

Besuch bei Ai Weiwei in seinem Berliner Atelier – eine der vielen besonderen Begegnungen mit Künstlern dieses Jahr

Es war ein Risiko. Aber seit diesem Jahr weiß ich: es hat sich gelohnt, es einzugehen.

Vor etwa acht Jahren habe ich beschlossen, mich voll und ganz der Literatur zu widmen. Bücher zu rezensieren, Autoren zu interviewen, Lesungen zu moderieren. All das hatte ich vorher auch schon getan – aber eher nebenbei, da ich auch noch viele andere Jobs für Radio- und TV-Sender hatte.

Damit machte ich Schluss. Konzentrierte mich auf das, was mir wirklich wichtig war. Eine gewagte Entscheidung, denn in den Medien (und besonders für uns Freiberufler) gilt: Am schlechtesten wird im Kulturbereich bezahlt. Kein Wunder also, dass es zähe, harte Jahre wurden, bis ich Redaktionen gefunden hatte, die meine Texte kauften. Ähnlich schleppend entwickelte sich meine Auftragslage für Lesungsmoderationen. Jahrelang war ich mir nicht sicher, ob ich davon leben könnte. Aber ich blieb dran. Startete diesen Blog. Machte weiter. Und ganz langsam entwickelte sich etwas.

Jetzt, nach einem erfüllenden und erfolgreichen Jahr, weiß ich: es klappt. 2017 hatte ich großartige Begegnungen und tolle Aufträge. Interviews und Moderationen mit T.C. Boyle (links), Ken Follett, Arundhati Roy (oben), Jo Nesbø, Jostein Gaarder (unten)… Außerdem traf ich den chinesischen Künstler Ai Weiwei und Hollywoodstar Bryan Cranston („Braking Bad“). Ich schreibe für jede Menge Medien und moderiere für fast alle großen Verlage und wichtigen Literaturfestivals.

Die Honorare in unserer Branche sind zwar nach wie vor oft unterirdisch. Skandalös schlecht. Ich verdiene bei weitem nicht so viel wie früher. Aber das ist mir egal – etwas tun zu können, das ich wirklich will und das sinnvoll ist, bedeutet mir mehr. Zum Glück habe ich inzwischen genug Auftraggeber, die Kultur schätzen – und meine Arbeit. Das motiviert. Und macht dankbar.

Vielen Dank auch an Euch alle – ich weiß, Ihr liebt Bücher, Filme und andere Kunstwerke genauso wie ich!

Machen wir einfach weiter – denn eine Welt ohne Kultur (und ohne Medien, die darüber berichten) ist nicht lebenswert.

 

 

 

 

 

 

Buchbranche · Lesungen

Auf Lesereise mit Ken Follett

Vier Tage, vier Städte, zwei Länder. Hamburg, Berlin, München, Wien.

Letzte Woche war ich unterwegs mit Ken Follett. Mr. 160-Millionen-Weltauflage. Follett und sein Team (seine Ehefrau Barbara und zwei Assistenten) wollten diesmal alles ganz anders: keine Moderatoren und keine Schauspieler auf der Bühne, sondern nur den Autor selbst. Und ein moderativ-zusammenfassender Übersetzer in der ersten Reihe – meine Wenigkeit.

Ein völlig neues Lesungskonzept also, und entsprechend gespannt waren alle Beteiligten. Würde es inhaltlich klappen? Technisch? Menschlich?

Es klappte. Sehr gut sogar. Zunächst lief ein 14-minütiges Making-Of des neuen Follett-Bestsellers „Das Fundament der Ewigkeit“ (Lübbe). Darin sah man den 68-jährigen bei der Recherche in London, Paris, Sevilla, Orleans und Amsterdam. Anschließend betrat Follett die Bühne, erzählte aus seiner Kindheit, von Shakespeare und Ian Fleming, von seiner Faszination für historische Stoffe. Ich hielt Augenkontakt zu ihm, wir verständigten uns mit einem Nicken oder Zwinkern, kurze Übersetzung, wieder Englisch, ein fließender Übergang. Höchste Konzentration. Spannend. Präzise. 

Nach etwa 15 Minuten bat Follett sein Publikum, Fragen zu stellen – direkt. Und das taten seine Fans dann auch. Ein munterer Dialog entstand, in den ich wieder als Übersetzer eingebunden wurde. Nach einer guten Stunde war Schluss, zumindest für mich. Ken Follett signierte noch bis zu zwei Stunden lang. Während ich mich freute, ein Teil dieses höchst professionellen, britisch-höflichen Teams gewesen zu sein.

Buchbranche · Buchmesse

Für die Buchmesse gewappnet…

buchmesse 2017…bin ich diesmal besonders gut. Denn aus der hintersten Ecke meines Buchregals zog ich dieses Werk aus dem Jahr 1950. Ein Erbstück von meiner Großtante. „Kleines Wörterbuch für literarische Gespräche“, ja, das kann ich für die Messetage gut gebrauchen. Erklärt und ironisch beleuchtet werden darin alle wichtigen Begriffe – von Dialektik, Dichtung, Drama über Reim, Rhythmus bis zu Schriftsteller, Talent und Witz. Kleine Kostproben?

Im Roman pflegt der Mensch von heute Literatur zu sich zu nehmen.“

Verleger nennt man jene merkwürdigen Leute, die einen Beruf daraus machen, Bücher nicht zu schreiben, sondern zu drucken, und das mit einer Leidenschaft, die zuweilen stärker ist als die der Menschen, die die Bücher schreiben.“

Der Kitsch ist eines der Grundprobleme alles künstlerischen Schaffens.“

Kritik ist die erste Brücke zwischen Werk und Allgemeinheit, Leistung und Publikum. Sie bestimmt das Gerede, nicht den Erfolg.“

Also: Nicht wundern, wenn ich in Frankfurt besonders schlau daherrede.