Schafe statt Stadt

Sie blöken und dampfen, und sie machen viel Arbeit. Ja, Mirjam Wittigs Roman „An der Grasnarbe“ (Suhrkamp) handelt auch von Schafen. Aber vor allem ist er eine literarische Suche nach der Frage ob man auf dem Land das richtige, eigentliche, einfache Leben finden kann. Also, funktioniert das, als Großstädterin? Einfach raus aus der Hektik, rein in die Berge und Täler, das ursprüngliche Leben?

Noa versucht es zumindest. Die junge Frau entflieht ihren Angstattacken und beginnt als freiwillige Helferin auf einen Hof in Südfrankreich. Dort leben Ella, Gregor und ihre elfjährige Tochter Jade ganz zurückgezogen, alternativ, mit ihrer Schafherde und von dem, was sie selbst auf den Äckern anbauen.

Es fällt Noah nicht leicht, sich an den Arbeitsrhythmus und die Familiendynamik anzupassen. Sie muss viel lernen, ihre Unruhe hinter sich lassen, sich einlassen, anpassen. In der Abgeschiedenheit der Berge bekommen ihre inneren Widersprüche erst einmal richtig Raum. Doch ganz allmählich verändert sich etwas, in ihr und um sie herum.

Mirjam Wittig pflegt eine wache, schlaue Sprache, sie schreibt feinsinnig und reduziert, lässt viel Raum für eigene Gedanken. Auch deswegen ist dieses Buch eine realistische Reflexion über den Rückzug in die Natur und über den Umgang mit Schafen.

Ich habe den Roman in meiner Literatursendung bei egoFM vorgestellt – ihr hört die Show hier im Stream (ohne Musik).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.