Amerikanisch-japanische Annäherung

Ben & Mike. Ein Schwarzer & ein Asiate. Schwul. Ein Paar.

Der Kindergärtner und der Koch aus Bryan Washingtons Roman „Dinge, an die wir nicht glauben“ (Kein & Aber) leben in Houston, Texas. Ben und Mike sind seit vier Jahren zusammen, sie streiten sich oft, und genauso oft haben sie (danach) Sex. Soll das ewig so weitergehen, fragt sich Ben, der sich ohnehin dauernd den Kopf über ihre Beziehung zerbricht, wohingegen Mike einfach drauflos lebt und auch andere Männer vögelt. Als Mike dann auch noch verkündet, dass er für mindestens einen Monat allein nach Japan reisen wird (um seinen schwerkranken Vater zu besuchen) und seine Mutter währenddessen bei Mike einziehen soll, scheint das Paar endgültig am Ende zu sein.

Doch nach dem kühlen ersten Kennenlernen arrangiert sich Ben überraschend gut mit Mikes Mutter Mitsuko. Sie kochen gemeinsam und erlauben sich gegenseitig Einblicke in ihre Leben, ihre Beziehungen, ihre Werte. Bryan Washington erzählt mit trockenem Humor und mit knappen, scharfen Sätzen von dieser amerikanisch-japanischen Annäherung und von der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Ben und Mike. In der ersten Hälfte des stilsicheren Romans nimmt Washington die Perspektive von Ben ein, in der zweiten die von Mike. Heraus kommt dabei ein ausgewogenes, lässiges Porträt eines schwulen Paares und eine lebhafte Geschichte übers Anderssein, Kochen und die Frage, was überhaupt Liebe ist und welche Rolle Sex dabei spielt.

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