Durch Bosnien im Opel Astra

„Vielleicht ist das Erinnern für mich wie ein zugefrorener See – trüb und glatt -, an dessen Oberfläche sich von Zeit zu Zeit ein Riss auftut, durch den ich meine Hand stecken und ein Detail, eine Erinnerung, im kalten Wasser fassen kann. Doch zugefrorene Seen sind heimtückisch.“

Sara und Lejla, zwei junge Frauen, fahren in Lana Bastašićs Debütroman „Fang den Hasen“ (S. Fischer übersetzt von Rebekka Zeinzinger) in einem Opel Astra quer durch Bosnien. Lejla ist wild und ruppig, sie schmeißt blutige Tampons und alte Kassetten zum Fenster raus. Sara dagegen ist kontrolliert und sie fragt sich, was diese gemeinsame Reise eigentlich soll. Klar, sie wollen nach Wien, denn dort lebt Lejlas Bruder Armin, in den Sara früher verliebt war. Und der eines Tages spurlos verschwunden war. Doch im Grunde genommen kennt Sara Leijla gar nicht mehr, und meist geht sie ihr auf die Nerven.

12 Jahre ist es her, dass Sara Bosnien den Rücken gekehrt hat, um in Dublin ein neues Leben zu beginnen. 12 Jahre herrschte absolute Funkstille zwischen den beiden alten Schulfreundinnen. Jetzt sitzen sie tagelang nebeneinander, auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, und auf der Suche nach Armin. Ein erstaunlicher Freundschaftsroman, sehr wach und scharfzüngig, über heimtückische gemeinsame Erinnerungen. Liest sich wie echte Indie-Literatur mit eigenem Sound, der zwischen rotzfrech und poetisch schwankt.

Ich habe das Buch in meiner Literatursendung am 13. März auf egoFM vorgestellt. Zur Show hier. 

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