Afro-Jiddisch

Ups! Ein Roman soll das sein? Steht zwar auf dem Cover von Fran Ross´ „Oreo“ (dtv). Aber drinnen, von der ersten Seite an, sprudelt, hüpft, spritzt, lacht und poltert die US-Autorin, und sie präsentiert ein wuppiges Werk, das ich als radikale Wort-Kunst bezeichnen würde.

Eine Geschichte gibt´s schon, und diese handelt von Christine aus Philadelphia. Die 16-jährige hat eine schwarze Mutter und einen jüdischen weißen Vater – klar, dass sie überall als „Oreo“ verspottet wird. Doch Christine hat Großes vor: Sie macht sich auf nach New York, um das Geheimnis ihres abgehauenen Vaters aufzuspüren. Dabei trifft sie Freaks, Aktivisten, Büchermenschen, Rapper, Gangster, Huren und Gelehrte.

Fran Ross berichtet von den Abenteuern ihrer schwarz-weißen Heldin im US-Afro-Slang, in anglisiertem Jiddisch und einer Fantasiesprache voller Ironie. Kreativer zu erzählen geht kaum noch, auch formal. Denn neben einzelnen Szenen liefert Ross Listen, Briefe und Kommentare. Laut, bunt, schräg und irgendwie neu.

Moment mal. Neu? „Oreo“ erschien 1974 und liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Unglaublich.

4 Gedanken zu “Afro-Jiddisch

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