Autor*innen aus dem hohen Norden

Schon erstaunlich, dass Krimis & Thriller aus dem hohen Norden noch immer Konjunktur haben. Und dass die Autor*innen dieser oft brutale Verbrechen thematisierenden Bücher meist sehr angenehme, ruhige Zeitgenoss*innen sind. Mit zwei sympathischen Nordlichtern stand ich vor kurzem auf der Bühne:

Die Isländerin Yrsa Sigurðardóttir erzählte mir bei den Stuttgarter Buchwochen und beim Krimifestival München, warum sie in ihrem aktuellen Thriller „R.I.P.“ (btb) über Mobbing schreibt. Sigurðardóttir meint: Wer Kinder hat, die andere Kinder mobben, muss stärker zur Verantwortung gezogen werden. In Island hat Mobbing über Social Media – wie überall auf der Welt – deutlich zugenommen, und Sigurðardóttir beobachtet mit Sorge, dass die Täter*innen immer brutaler vorgehen.

Stefan Ahnhem, Schwede und Vater von vier Kindern, beschreibt in „10 Stunden tot“ (Ullstein) einen Würfelmörder, der seine Opfer willkürlich über Zahlen auswählt. Ich moderierte Ahnhems Lesung beim Krimifestival in Erfurt in der Buchhandlung Peterknecht. Mit an unserer Seite: Schauspieler Wolfram Koch, bekannt als Tatort-Kommissar Paul Brix aus Frankfurt. Ahnhem und Koch stellten auf der Bühne eine lustige Parallele fest: Auch Koch hat vier Kinder – beim Essen nach der Veranstaltung tauschten die beiden noch vergnügt Erziehungstipps aus. Von Morden sprach niemand mehr…

5 Gedanken zu “Autor*innen aus dem hohen Norden

      • „Das Messer“ von Nesbo war mein letzter Skandinavienkrimi, und das auch nur, weil ich zu der Zeit noch Reziexemplare bekam. Das war einfach nur pervers, mit dem Serienvergewaltiger, der die Frauen zwang, seine Kinder auszutragen.
        Für mich hat sich das Genre erledigt, ich kaufe und lese keine Skandinavienkrimis mehr.

      • Ganz so pauschal kritisch sehe ich das Genre nicht, aber was den aktuellen Nesbö betrifft, stimme ich Dir zu. Mir war diese Figur des brutalen Vergewaltigers auch viel zu überzogen, und ich fragte mich: Wer will eigentlich lesen, wie Frauen psychisch und physisch gequält werden? Ich jedenfalls nicht.

      • Auch diese Adler-Olsen-Bücher, oder der heißt, ist mir zu brutal. Für mich haben sich Skandinavienkrimis erledigt, es gibt Bücher, die ohne Brutalität spannend sind und die lese ich.

        Zumal ich es immer mit skandinavischen Krimis wie Läckberg oder dieses Duo, welches Springflut geschrieben hat, habe, dass massiv pro Flüchtlinge und Einwanderung erzogen werden soll. Sicherlich kein Zufall, Holt hatte ein Buch über einen islamischen Terroranschlag geschrieben, und jeder zweite Satz war:“Die sind aber nicht alle so.“ Nein, danke, ich verzichte in Zukunft.

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