Eine Nigerianerin in San Francisco

Eine chic gekleidete, fast 75-jährige Dame fährt mit ihrem alten Porsche durch San Francisco. Sie heißt Morayo da Silva, kommt ursprünglich aus Nigeria, und jeder in ihrer Nachbarschaft kennt sie. Denn Morayo sprüht vor Lebensfreude. Sie plaudert mit allen – dem Blumenhändler, der Straßenfegerin, und sie macht ständig neue Bekanntschaften.

Beschwingt und charmant erzählt Sarah Ladipo Manyika in ihrem Debütroman „Wie ein Maultier, das der Sonne Eis bringt“ (Hanser Berlin) von einer sympathischen Lebenskünstlerin. Kurz vor ihrem Geburtstag muss Morayo allerdings ins Krankenhaus zu einer Hüft-OP. In der anschließenden Reha freundet sie sich mit Pearl, Bella und Reggie an.

Während ihre Hüfte langsam eilt, erinnert sich die alte schwarze Dame an ihren Ex-Mann Ceasar, einen hochrangigen Diplomaten. An all die Länder, in denen sie gelebt und all die Häuser, die sie bewohnt hat. Und natürlich an ihre Heimat Nigeria, „das Land der ewigen Sonne und des täglichen Theaters“. Ihr Buchregal daheim hat Morayo übrigens danach sortiert, welche Charaktere aus den Romanen sich ihrer Meinung nach miteinander unterhalten sollen.

Sarah Ladipo Manyika, selbst in Nigeria geboren, hat eine kurze, bezaubernde Geschichte über Freundschaft und Lebensfreude im hohen Alter geschrieben. Ihre Hauptfigur Morayo möchte ich sofort als Freundin haben oder selbst so sein, später einmal, mit 75 Jahren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.