Fantasievolle Wundertütenliteratur

Das hier ist Kunst. Keine gut gemachte Unterhaltung, sondern noch besser gemachte Literatur.

Eine einzigartige Erzählung. 218 Seiten kurz. Wunderschön und verstörend. Still und schillernd. Aufregend und unberechenbar. Nachdenklich und intelligent. So ähnlich wie schon Max Porters Debüt „Trauer ist das Ding mit Federn“, und doch anders.

„Lanny“ (Kein und Aber) handelt von zwei Sonderlingen in einem englischen Dorf. Lanny, ein Junge, der lieber allein im Wald spielt als mit Freunden, und Pete, ein einst erfolgreicher Künstler, der Lanny das Zeichnen beibringt. Max Porter erzählt aus verschiedenen Perspektiven von dieser Verbindung, dieser Freundschaft, die dem Erkunden der Natur, dem Erkennen von Farben und Gerüchen, dem Leben jenseits von Konsum, Medien und Gruppenzwang dient. Das wirkt verdächtig auf die Dorfbewohner. Lannys Eltern und Lehrer machen sich Sorgen ums Kindeswohl, und als der Junge eines Tages verschwunden ist, bricht Panik aus.

Mit unheimlicher Ruhe und Mut fürs Unkonventionelle fängt Max Porter den Zauber einer Freundschaft ein. Zwischendurch gestattet der 37-jährige einer lauten, archaischen Figur diverse Auftritte: Altvater Schuppenwurz, ein Waldwesen und ein Symbol für die Ängste und Hoffnungen, die in den Menschen schlummern. Er schleudert seine Halbsätze mitten in den Roman – nun, und jetzt ist klar, warum ich diesen Post „Fantasievolle Wundertütenliteratur“ genannt habe, oder?

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