Gegen die Gier

Es gibt sie also doch. Mainstream-Thriller, die brisante aktuelle Themen aufgreifen und tatsächlich Denkanstöße liefern können. „Gier“ (Blanvalet) von Marc Elsberg ist das beste Beispiel. Der österreichische Bestsellerautor, bekannt geworden mit seinen Longsellern „Zero“ und „Blackout“, widmet sich nun der Schere zwischen Arm und Reich und einem neuen Wirtschaftsmodell.

Das Szenario: Auf dem Höhepunkt einer neuen Weltwirtschaftskrise demonstrieren in Berlin hunderttausende Menschen gegen Sozialkürzungen und die Macht der Konzerne. Parallel trifft sich die Politik- und Finanzelite zu einem Sondergipfel auf Schloss Charlottenburg. Doch einer der dort vorgesehenen Redner wird auf dem Weg zum Galadinner ermordet: Nobelpreisträger Herbert Thompson. Wie sich herausstellt, hatte er mit einem Kollegen eine mathematische Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Das Brisante daran: Das daraus abgeleitete Wirtschaftsmodell baut nicht auf Egoismus und Konkurrenz, sondern auf Kooperation und Solidarität. Kein Wunder, dass mächtige Kreise Thompsons Rede verhindern wollten. Nach dem Mord beginnt die Jagd auf die verschwundenen Dokumente.

In seinen rasanten Ökonomie-Thriller packt Marc Elsberg eine Barschlägerei, eine Flucht über die Dächer Berlins, mehrere Verfolgungsjagden – und jede Menge Infos über die neue Formel, die auf dem realen Kelly-Kriterium basiert, schon heute oft Grundlage für Investmentstrategien. „Gier“ liefert einen längst fälligen Denkanstoß, unser angeblich alternativloses Wirtschaftssystem in Frage zu stellen.

2 Gedanken zu “Gegen die Gier

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