Was dieser französische Roman mit einem Kuchen zu tun hat…

Die unauffälligen Kuchen in der Vitrine. Die nicht protzen mit Größe und Aussehen. Die mit inneren Werten überzeugen. Das sind die Romane von Jean-Philippe Blondel

Der französische Bestsellerautor schreibt kurze, knapp formulierte Romane in eher bodenständiger Prosa. Und doch berührt er seine Leser zutiefst, auch mit seinem aktuellen Werk, „Ein Winter in Paris“ (Deuticke).

Blondel erzählt von Victor, einem Gymnasiallehrer und Schriftsteller, der vor 30 Jahren die Provinz hinter sich ließ und an einem elitären Lycée studierte, obwohl er aus einfachen Verhältnissen stammte. Plötzlich sind die entschwundenen Erinnerungen an diese Zeit wieder da. An den Winter 1984. An den Selbstmord von Victors Kommilitone Mathieu, mit dem er ab und zu eine Zigarette rauchte. Dessen Tod änderte Victors Position als Außenseiter:

„Ich wurde zu einer Vertrauensperson, einem Geheimnisträger, dem zukünftigen Schriftsteller von Romanen, die im Paris der achtziger Jahre spielen. Ich war begehrt. Und das überraschte mich immer wieder.“

Der Freund des Opfers, das ist die Rolle, die Victor fortan einnimmt. Eine Rolle, die ihm hilft, seinen Platz in der Welt zu finden. Sein Leben zu beginnen. Das wird Victor, inzwischen 49 Jahre alt, im Rückblick klar. Jean-Philippe Blondel hat eine empathische, leise Geschichte über Freundschaft geschrieben. Er hat einen Kuchen gebacken, der vielleicht nicht besonders beeindruckend aussehen mag, jedoch schon bald einen intensiven, wunderbaren Geschmack entwickelt. Aufgrund der hochwertigen Inhaltsstoffe.

 

 

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