Neuerscheinung

Jo Nesbø über Shakespeare

„Shakespeares Macbeth ist die Grundlage für unzählige moderne Thriller, Dramen, TV-Serien und Kinofilme“ hat mir Jo Nesbø vor ein paar Tagen in Hamburg erzählt. Ich stand mit dem norwegischen Bestsellerautor auf der Bühne des großen Hörsaals der Universität, vor uns: 500 Zuschauer. Nesbø präsentierte seine eigene „Macbeth“-Adaption, die vor kurzem bei Penguin erschienen ist. Ein blutiger, rasanter Thriller, der in einer namenlosen, heruntergekommenen Stadt in den 1970er-Jahren spielt. „Sin City, könnte man sagen“, so Nesbø.

Wann hat Nesbø zum ersten Mal Macbeth gelesen? „Ungefähr mit 15. Eine englische Ausgabe, die bei meinen Eltern im Regal stand. Aber ich habe fast kein Wort verstanden. Erst ein paar Jahre später stieß ich auf eine norwegische Übersetzung, und die faszinierte mich.“ Der Thrillerautor, dessen Bücher in mehr als 40 Ländern erscheinen und eine Gesamtauflage von mehr als 20 Millionen haben, sieht Shakespeare als Erfinder des Bösen im Guten. „Ohne Macbeth würde es nicht all die Figuren geben, die uns faszinieren, obwohl sie zumindest zeitweise das Böse verkörpern. Der Wandel vom good guy zum bad guy zählt zu den spannendsten Entwicklungen in allen Dramen. Das sieht man etwa in Breaking Bad, Scarface, meiner Harry-Hole-Serie und vielen anderen.“

Fürs Erste hat Nesbø aber genug von Shakespeare. Er schreibt soeben an einem neuen Harry-Hole-Band und freut sich, ohne Vorgaben wie bei „Macbeth“ arbeiten zu können.

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