Neuerscheinung · Rezension · Romane

Moderne Nostalgie

Gibt es so etwas? Moderne Nostalgie? 

Wenn man „The Hills“ (Heyne), den neuen Roman von Mathias Faldbakken, liest, spürt man: Ja. Die gibt es. Moderne Nostalgie, gepaart mit feiner literarischer Ästhetik. Der Plot spielt in einem altehrwürdigen Restaurant in Oslo, aber was heißt schon Plot? Eigentlich beobachtet man als Leser nur das Personal und die Gäste von „The Hills“, und das entwickelt sich zu einem entschleunigten, großen Lesegenuss. Vor allem, weil der langjährige Kellner so präzise aus seinem Alltag plaudert:

„Regelmäßigkeit und Dienstleistung bilden ein Bollwerk gegen inneren Lärm. Ich arbeite, so viel ich kann.“ 

„Zu der Kellnerjacke habe ich ein klares Verhältnis, denn sie hat eine erprobte, tief in der Tradition verwurzelte Form, was heißt, dass sie nicht gezwungen ist, der Allerweltsvorstellung von „Jetzt“, „Normalität“ oder Ähnlichem eines von Geldgier getriebenen Jackendesigners zu genügen.“

Faldbakken schreibt wohltemperiert über ausgeklügelte Servierrituale, die Macken der Restaurant-Klientel, das Säubern der Tische mit einem Tischkehrer und die allgegenwärtige Akkuratesse im „The Hills“ – ein origineller, atmosphärischer Roman über die Menschen und Stimmungen in einem wie aus der Zeit gefallenen Restaurant.

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