Neuerscheinung · Rezension · Romane

Moskitos & Mojitos

idra novey, wie amn aus dieser welt verschwindet, rezension, günter keilRio de Janeiro. Copacabana. Die Einstiegsszene dieses liebevoll-skurrilen Romans zählt zu den besten dieses Jahres. Warum? Weil ich noch nie von einer älteren brasilianischen Schriftstellerin gelesen habe, die einfach so in einen Baum am Strand klettert – und verschwindet. Ein köstlicher Start, mit feinem Humor erzählt.

„Die Dominospieler wollten gerade Pause machen und zu Mittag essen, fanden es aber nicht richtig eine Frau mit Zigarre und Koffer in einem Mandelbaum sitzen zu lassen.“

Idra Novey entfaltet in „Wie man aus dieser Welt verschwindet“ (Piper) die federleichte, kunstvoll konstruierte Geschichte der Suche nach Beatriz Yagoda. Die Autorin im Baum ist nicht mehr aufzufinden. Ihre amerikanische Übersetzerin Emma fliegt extra ein, um sie zu suchen. Beatriz´ Kinder Raquel und Marcus schließen sich Emma an. Dann überstürzen sich die Ereignisse: Ein unvollendetes Manuskript von Beatriz taucht auf, mit mysteriösen Hinweisen auf ihr Verschwinden. Außerdem soll die ältere Dame Schulden beim Online-Poker gemacht haben – Emma wird bedroht, Gauner fordern Geld. Und ein Literaturverleger wittert das große Geschäft mit Beatriz Werk, da in den Medien über die Suche nach ihr berichtet wird.

Amüsante Komödie, prickelnde Lovestory, entspannter Kriminalfall. Alles steckt drin in diesem schmalen, ungewöhnlichen Buch. Perfekte Unterhaltungsliteratur, nicht nur für Rio-Liebhaber. Moskitos und Mojitos inklusive.

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