Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension

Er schreibt und schreibt…

„Ich finde, jemand sollte ihm einen Orden verleihen, ihm eine Kugel in den Kopf jagen und eine Brücke nach ihm benennen.“ (Jack Reacher über einen Vorgesetzten)

Er schreibt und schreibt und schreibt und schreibt. Lee Child wird nicht müde, seine Thriller-Serie um Jack Reacher fortzusetzen. Zum Glück. Denn auch der 19. Fall für den fiktiven Einzelgänger, „Im Visier“ (Blanvalet), hält das hohe Niveau.

Wie bei allen Serien bleibt zwar die Konstruktion der Plots sehr ähnlich. Reacher, eigentlich unauffindbar und unabhängig, wird jedes Mal von Militär/Geheimdienst/Politik zu einem brisanten Fall hinzugezogen, legt sich mit seinen Vorgesetzten an, flirtet bei den Ermittlungen mit einer attraktiven Frau und schaltet lässig seine Widersacher aus. Diesmal soll er einen Scharfschützen aufspüren, der in London auf die Politiker angesetzt ist, die am G8-Gipfel teilnehmen. Ein Auslandseinsatz also, immerhin. Normalerweise bleibt Reacher in den USA.

Warum Lee Child trotz dieser vorhersehbaren Struktur sehr gut lesbar und höchst unterhaltsam bleibt? Weil seine Sprache unverschämt locker und lakonisch daherkommt. Weil sein Held unvergleichlich trocken aus seiner Perspektive erzählt. Weil sich die Figur des Jack Reacher auch nach 19 Bänden nicht abgenutzt hat. Und vor allem: weil jedes Buch beweist, wie wenig Tom Cruise mit dem Mann gemeinsam hat, den er in den Verfilmungen (zum Leidwesen vieler Reacher-Leser) spielt.

 

2 Kommentare zu „Er schreibt und schreibt…

  1. »Warum Lee Child (…) sehr gut lesbar und höchst unterhaltsam bleibt? Weil seine Sprache unverschämt locker und lakonisch daherkommt.« … Das, lieber Herr Keil, ist in den dutschsprachigen Ausgaben maßgeblich (auch) dem Übersetzer zu verdanken. Leider wird Wulf Bergner, nicht gennant: überhaupt finden ÜbersetzerInnen in Ihren Kurzbesprechungen (selten, eher nie) einen Hinweis auf ihre Arbeit. Das ist ein wenig bedauerlich. lg_jochen

    1. Lieber Jochen, das stimmt natürlich. Ohne großartige Übersetzer wie Wulf Bergner wäre das Lesevergnügen nicht annähernd so hoch. Ich schätze seine Arbeit und die seiner KollegInnen sehr, kann nur leider aus Platzgründen nicht immer deren Namen nennen. Aber ich werde den Einsatz der Übersetzer in Zukunft mehr würdigen – insofer vielen Dank für deinen Kommentar. Liebe Grüße!

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