Neuerscheinung · Rezension · Romane

Kampf ums Geld

Kalter Nachtwind schlägt ihm entgegen, als er die Straße Richtung Fluss einschlägt. Das scheiß Geld immer. Nein. Das scheiß Fehlen von scheiß Geld.“

Ums Geld geht es, klar. Aber nicht nur. Auch ums Selbstverwirklichen. Ziele erreichen. Und um die Familien, von denen man sich zwangsläufig trennen muss, wenn man tut, was man tun muss.

Lilian Loke erzählt in „Auster und Klinge“ (C.H. Beck) eindringlich von zwei Männern, die ein Problem mit Geld haben. Viktor, Hotelfachmann und Einbrecher, hat zu wenig Geld, als er wieder aus dem Knast kommt. Georg dagegen hat zu viel Geld, als Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns. Georg tut alles, um nichts mit dem Geld seiner Familie zu tun zu haben; er lebt wie ein mittelloser Künstler, organisiert radikale Performances gegen die Ausbeutung von Arbeitern. Als er auf Viktor trifft, der verzweifelt Geld für ein neues Restaurant und fürs Abbezahlen alter Schulden sucht, schließen sie einen Pakt. Viktor bringt Georg das Einbrechen bei, und erhält im Gegenzug das Kapital für sein Gastroprojekt. Die Kooperation funktioniert – zumindest so lange, bis Georg mit seinen Schweineblut-Kunstaktionen in die Schlagzeilen gerät. Werden die beiden Männer trotzdem ihre Ziele erreichen? Sich selbst treu bleiben?

Lilian Loke treibt ihren Plot schnell voran. Sie springt gekonnt von Viktor zu Georg, und umgekehrt, und erzeugt einen Thriller-artigen Sog. Ihre Figuren zeichnet sie als Getriebene, Verzweifelte in einer geldfixierten Welt, die sie zu Außenseitern macht, und der sie zu entfliehen versuchen. Intensiver Stoff!

2 Kommentare zu „Kampf ums Geld

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