Neuerscheinung · Rezension · Romane

Kleine Feuer überall

Die Warrens und die Richardsons: zwei Familien, zwei Pole, zwei Welten, zwei Lebensweisen. Celeste Ng erzählt in ihrem großartigen Roman „Kleine Feuer überall“ (dtv) davon, wie unterschiedliche Lebensmodelle aufeinanderprallen. In Shaker Heights, der „schönsten Gemeinde Amerikas“, einem Vorort von Cleveland.

Auf der einen Seite: die Warrens – Künstlerin Mia und ihre Teenager-Tochter Pearl. Mit ihrem klapprigen VW Golf fahren sie durch die USA, bleiben nirgends länger als ein paar Monate. Nun, in Shaker Heights, soll ihre vagabundierende Lebensweise ein Ende finden. Mia verspricht Pearl, sesshaft zu werden. Und tatsächlich: Mutter und Tochter schlagen Wurzeln. Sie freunden sich mit der Familie an, deren Apartment sie bewohnen. Die Richardsons – Elena, ihr Mann und ihre vier Kinder. Wohlhabende, vorbildliche Leute, bis auf die rebellische Lizzie, ihre jüngste Tochter.

Das vielschichtige, intensive Familiendrama blickt hinter die gepflegten Fassaden der Vorstadtidylle. Die Ordnung gerät außer Kontrolle. Konflikte entstehen. Und dann brennt plötzlich das ganze Haus der Richardsons.

Welche Entscheidungen führen zu einem guten Leben? Die mutigen, riskanten oder die allgemein akzeptierten, kontrollierbaren? Um diese Fragen dreht sich Celeste Ngs intelligenter Roman, der ein hohes Maß an Spannung erzeugt. Es ist faszinierend zu erleben was die versierte Erzählerin aus ihrer gegensätzlichen Familienkonstellation entwickelt: viele kleine Feuer und ein großes Werk.

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