Neuerscheinung · Rezension · Romane

Murakamis zweiter Teil

Im Leben gibt es einige Dinge, die man nicht erklären kann, und auch einige, die man nicht erklären sollte. Denn in den meisten Fällen geht dabei das Wichtigste verloren.“

Stimmt genau. Und es gilt auch für Literatur. Zu viel zu erklären kann die Lesefreude negativ beeinträchtigen. Viel wichtiger: sich auf ein Buch einlassen, ohne zu viel zu wissen. Auf den zweitem Teil von Haruki Murakamis „Die Ermordung des Commendatore“ (DuMont). Das Zitat stammt von einem der Protagonisten, und ich nehme es zum Anlass, mich kurz zu fassen.

Ärgerlich, dass dieser Roman zweigeteilt wurde. Denn nach der Lesepause muss man sich erst wieder auf den Maler, das von ihm porträtierte junge Mädchen (Marie) und den geheimnisvollen Nachbarn (Menshiki) einstellen. Die Handlung setzt nahtlos an den ersten Band an, und sie ist nicht minder mysteriös. Murakami schickt seine Hauptfigur auf zwei Reisen: zunächst ans Sterbebett des großen alten Malers, dessen Haus sie bewohnt und von dem das titelgebende Bild stammt. Und dann… Ja, dann… Passiert etwas, das nur in einem Murakami-Roman passieren kann, ohne dass die Schublade „Fantasy“ gezogen wird. Der geniale Japaner stürzt den jungen Maler in ein unbeschreibliches Abenteuer im Land der Metaphern, wo er unter anderem durch die Schlucht zwischen Sein und Nichtsein muss. Noch Fragen? Klar. Viele. Aber wie gesagt, es gibt Dinge, die man nicht erklären sollte. Der Abschluss eines fantastischen, fantasievollen Romans.

Mehr zum ersten Teil hier.

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