Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension

Quotendruck & tödliche Geschäfte

Zwischen dem größten Flüchtlingslager der Welt in Kenia und einer prominenten deutschen Polit-TV-Moderatorin besteht eine Verbindung. 

Stimmt schon: Horst Eckert stellt in seinem neuen Thriller „Der Preis des Todes“ (Wunderlich) brisante Zusammenhänge dar. Zwischen Sarah Wolf, der Moderatorin, Christian Wagner, einem Bundestagsabgeordneten, dem Pharmakonzern Samax AG, und Dadaab, dem Lager mit mehr als 500.000 Bewohnern.

In hohem Tempo schildert Eckert, wie Sarah Wolf und ihr Team ihre Talkshow vorbereiten. Druck gibt es von allen Seiten – der Sender besteht auf hohen Einschaltquoten und möchte nicht, dass zu kritische Fragen gestellt werden. Die politischen Parteien schicken nur dann prominente Gäste, wenn ihnen das Thema passt. Eckert zeigt realistisch und gut recherchiert, wie zynisch das TV-Geschäft abläuft.

Zum spannenden Polit-Thriller wird das Buch, weil Sarah Wolf mit dem Abgeordneten Christian Wagner liiert ist. Kurz nachdem ihn eine Boulevardzeitung als Lobbyist für einen Pharmakonzern gebrandmarkt hat, stirbt er unter mysteriösen Umständen. Auch eine junge Menschenrechtsaktivistin wird tot aufgefunden – sie hatte Kontakt zu Wagner, und sie arbeitete im Flüchtlingslager Dadaab. Sarah Wolf und ihr Team recherchieren im Berliner Politikzirkus und in Kenia. Und sie decken einen unglaublichen Skandal auf: Unter dem Deckmantel von Wohltätigkeit wurden Flüchtlinge systematisch ausgebeutet und ihre Organe verkauft.

Quotendruck, Lobbyismus, Parteiengeplänkel und tödliche Geschäfte – Horst Eckert packt eine Vielzahl wichtiger Themen in seinen rundum gelungenen Thriller.

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