Neuerscheinung · Rezension · Romane

Am Meer

Er flackert wie ein Sommerfeuer. Und er flirrt wie die Hitze des Südens.

Kein Wunder, denn Deborah Levys Roman „Heiße Milch“ (Kiepenheuer & Witsch) spielt auch dort. „Vater Grieche, Mutter Engländerin, in Großbritannien geboren.“ sagt Sofia, wenn sie nach ihrer Herkunft gefragt wird. Die 25-jährige ist mit ihrer kranken Mutter nach Andalusien gereist. Dort soll Dr. Gomez in einer Spezialklinik deren Leiden lindern. Sofia hat viel Zeit, um nachzudenken. Ein kühneres, größeres Leben wünscht sie sich, und tatsächlich emanzipiert sie sich am Meer. Sie verliebt sich in eine Frau, flirtet mit einem Studenten und ordnet die Beziehung zu ihren Eltern neu. Beim Lesen riecht man den Strand, spürt die Sonne und nimmt eine ganz besondere, schwebende Stimmung wahr. Ein starker, unsentimentaler Roman von Deborah Levy über eine junge Frau, die endlich lernt, eigene Wege zu gehen.

Ich bin fünfundzwanzig und hinke synchron mit meiner Mutter, um mit ihr Schritt zu halten. Meine Beine sind ihre Beine. Auf diese Weise gelangen wir zu einträchtiger Fortbewegung.“

Ein Kommentar zu „Am Meer

  1. Immerhin Shortlist des Man Booker Prize. Nicht schlecht, Herr Specht. Und da Deborah Levy Theaterstücke geschrieben hat, dürfte sie die goldenen Regeln der Dramaturgie inhaliert haben, was ich auch bei psychologisierenden Romane wichtig finde. – Beim Thema schwierige Mutter-Tochter-Beziehung müsste ich mich allerdings zwingen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s