Interview

Schreiben ist wie Pferdereiten

John Irving und T.C. Boyle haben in den 1970-ern den Iowa Writers´ Workshop besucht, ein zweijähriges Studium in Kreativem Schreiben. Zwanzig Jahre später studierte dort auch Nickolas Butler – zurzeit erfolgreich mit „Die Herzen der Männer“ (Klett-Cotta). Dieser Roman fasziniert auch deswegen, weil Butlers Sprache sehr vielseitig ist: mal einfühlsam, zart und feinsinnig, mal schonungslos, brutal und realistisch. Ich habe mehrere Lesungen mit dem 38-jährigen Autor moderiert und wollte von ihm wissen, wie es zu dieser Vielseitigkeit kommt:

Mit der Sprache ist es wie mit dem Pferdereiten, das hat mir ein Dozent am Iowa Writers´ Workshop beigebracht: Du musst das Pferd manchmal ganz zart streicheln, aber ihm auch mal die Sporen geben. Würde es immer nur im gleichen Tempo laufen, wäre das langweilig. Tatsächlich achte ich immer darauf, dass ich nicht eintönig schreibe. Ich vergleiche das gerne mit der Arbeit eines Malers. Würde sein Bild nur schön oder einfarbig sein, würde man sich schnell daran sattsehen. Sobald es aber Brüche, Schattierungen und verschiedene Farben zeigt, zieht es Aufmerksamkeit auf sich. Das gilt auch für meine Romane.“

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