Neuerscheinung

Im Interview: Jo Nesbø

Jo Nesbø, Interview, Günter Keil, DurstMehr als 20 Millionen verkaufte Romane, übersetzt in 45 Sprachen: Jo Nesbø ist einer der erfolgreichsten Spannungsautoren der Welt. Seit Wochen steht sein neuer Thriller „Durst“ (Ullstein) in den TOP 10 der Bestsellerlisten – der 11. Band seiner Serie um den Ermittler Harry Hole. Hier Auszüge aus meinem Interview mit dem Norweger:

Ihr neuer Roman dreht sich um eine Reihe von Vampirismus-Morden. Wie kamen Sie auf dieses Thema? Eigentlich wollte ich ein ganz spezielles Buch darüber schreiben, einen standalone. Aber je mehr ich über Vampirismus recherchierte, umso mehr wurde mir klar, dass es ein neuer Fall für Harry Hole sein musste. Denn dieser Durst nach Blut passt zu Harrys Durst nach Alkohol. Und vor allem zu seinem Durst nach Nähe und Liebe. Was könnte dieses Verlangen auch besser symbolisieren als das Blut eines Menschen zu trinken? Das hat auch etwas mit einem extremen Wunsch nach Intimität zu tun. Ich bin sowieso der Meinung, dass ich immer über Intimität und Liebe schreibe.

Haben Sie sich im Verlauf der Serie ebenso verändert wie Ihre Hauptfigur? Nun, ich trinke auch deutlich weniger als früher, so wie Harry. Lange Zeit dachte ich aber, dass Harry nichts mit mir zu tun hat und dass diese Behauptung, dass Autoren immer auch über sich selbst schreiben, Quatsch sei. Doch im Rückblick stelle ich fest, dass es doch Parallelen zwischen Harrys Entwicklung und meiner gegeben hat. Wir sind uns also doch oft ähnlich.

Sex und Gewalt sind in Ihren Thrillern keine Seltenheit. Lesen auch ihre pubertierende Tochter und Ihre Mutter Ihre Bücher? Nein. Beide nicht. Meine Tochter interessiert das alles überhaupt nicht. Und meine Mutter, eine Bibliothekarin, hat schon vor Jahren gesagt, dass sie sich nicht vorstellen kann, Sexszenen zu lesen, die ihr Sohn geschrieben hat. Also haben wir einen Deal geschlossen: Ich gebe ihr zwar immer jedes neue Buch, aber sie stellt es ungelesen ins Regal. Was den Vorteil hat, dass ich mir nicht vorstellen muss, wie meine Mutter auf meine Sexszenen reagiert.

 

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