Neuerscheinung · Rezension · Romane

Nachts bricht das Trauma auf

john williams, nichts als die nacht, rezension, günter keil, literaturblogJohn Williams war zweiundzwanzig, als er „Nichts als die Nacht“ (dtv) schrieb. Sein Erstlingswerk von 1948, eine Novelle, ein kleines existenzielles Drama – damals ein Misserfolg. Williams protokolliert zwölf Stunden im Leben von Arthur Maxley. Ein Abend, eine Nacht. Und ein tiefer innerer Abgrund, der sich schließlich auftut. Maxley treibt wie betäubt durch San Francisco, trifft sich kurz mit seinem Vater, wirkt wirr und völlig daneben.

Der Kopf wummerte im Takt mit dem pochenden Puls; die Stirn war klamm und kalt, und sein Atem ging rasch, während ihn immer wieder ein heftiger Schauder überlief.“

In einer düsteren Bar trinkt er Martinis mit einem Bekannten, später bestellt er in einem schäbigen Nachtclub Brandy und Champagner für Claire, eine schöne Frau, die er gerade erst kennengelernt hat. Als er schließlich mit zu ihr nach Hause geht, bricht ein schweres Trauma auf, das ihn seit seiner Kindheit plagt.

In ihm drängte ein angeschwollener Strom, die Summe all seiner unterdrückten Liebe, seines Hasses und seines Mitleids, die Summe aus Furcht, Angst, Zufriedenheit, Langeweile, Ungeduld Ennui und Leidenschaft.“

In eindringlichen, intensiven Worten schildert John Williams das Leiden seiner Hauptfigur. Eine kurze, heftige Geschichte, stilistisch noch nicht so ausgefeilt wie Williams´ spätere Werke „Stoner“ oder „Butcher´s Crossing“. Dennoch gut, dass es diese Novelle nun erstmals auf Deutsch gibt.

Ein Kommentar zu „Nachts bricht das Trauma auf

  1. Das Buch habe ich auch gerade hier liegen und bin schon sehr gespannt darauf. Habe nur mal auf der ersten Seite angelesen und fand das – wie Du geschrieben hast – etwas wirr, man muss sich wahrscheinlich erst rausfinden. Liebe Grüße.

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