Neuerscheinung

Meyerhoffs Körpermikado

joachim meyerhoff, die zweisamkeit der einzelgänger, rezension, blog, günter keilAls wir uns ansahen, gab es einen grellen vielfarbigen Adrenalintusch in meinem Kopf“

Joachim Meyerhoff ist ein herausragender Fabulierer und Formulierer. Auch im vierten Teil seines sechsbändigen Zyklus „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ (Kiepenheuer & Witsch). Diesmal konzentriert er sich auf das Liebesleben seines Alter Egos, auf die Affären und Beziehungen eines Schauspielers zu drei völlig unterschiedlichen Frauen in Bielefeld und Dortmund. Auf den ersten Blick könnte man diese anekdotenreiche Geschichte als nur nett oder oberflächlich abtun, doch Meyerhoff hat ein geniales Gespür für magische Momente und kreative Beschreibungen. Sein leichter, plauderhafter Ton täuscht manchmal darüber hinweg, dass er nicht nur amüsant, sondern auch doppeldeutig und brillant schreibt. Über heiße Schweineohren, Tänze in der Backstube, nackte Bühnenauftritte, Körpermikado und Schnitzel, die man auf die Umrisse von Sri Lanka zurechtknabbert. Und wenn Meyerhoffs Protagonisten sich mit ihren Fingern Schuhe auf den Rücken streichen und erraten, um welche Treter es sich handelt, wird es so skurril-romantisch wie eben nur bei diesem Autor.

In mir rieselte und flirrte es, großes Knistern im gesamten Nervenkostüm.“

 

4 Kommentare zu „Meyerhoffs Körpermikado

  1. Hab bisher nur den ersten Teil geschafft, aber der hat mir schon sehr gut gefallen. Werde die anderen Teile demnächst auch mal wieder angehen. Er schreibt einfach gut.

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