Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension

Liebenswert zynisch

simone buchholz, beton rouge, rezension, günter keil, blogGefühle sind nicht so ihr Ding. Zigaretten und Alkohol schon eher. Und eine sehr spezielle hanseatische Melancholie.

Ich bin der Typ, dem es selten besonders gut geht, außer am Meer. Ich bin der Typ, der bei all der Ungerechtigkeit auf dieser Welt das kalte Kotzen kriegt.“

Sagt Staatsanwältin Chastity Riley, Hauptfigur und Ich-Erzählerin in „Beton Rouge“ (Suhrkamp) von Simone Buchholz. Im siebten Band überzeugt die Hamburger Autorin wieder mit ihrer schnoddrigen Hauptfigur, ihrem lakonischen Stil und knackigen Dialogen. Riley muss diesmal einen seltsamen Fall lösen: Zwei Medienmanager werden nackt in Käfige gesperrt und vor ihrem Verlagshaus öffentlich ausgestellt – Sadismus? Protest? Rache? Riley erfährt viel über Stellenstreichungen und Gewinnmaximierung. Was ihre Stimmung nicht unbedingt bessert – Rileys liebenswerter Zynismus und dunkler Lokalpatriotismus zählen zu den zahlreichen Stärken dieser Krimireihe.

Andre Leute haben Tanzpartner, ich hab Trinkpartner.“

Mit jeder Menge rauem Charme vermeidet es Simone Buchholz zum Glück, ihre drauflos plappernde Heldin zur Comedyfigur zu stilisieren. Riley bleibt Riley: trocken, eigenwillig, herb. Grandios!

Unten auf der Elbe fährt ein Kreuzfahrtschiff vorbei und schenkt der Stadt seine Abgase.“

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