Graphic Novel · Neuerscheinung

Hallo, kleiner Araber!

riad sattouf, der araber von morgen, rezension, günter keil Kann Riad Sattouf sein hohes Niveau halten? Das ist die spannendste Frage vor der Lektüre des dritten Bandes von „Der Araber von morgen“ (Knaus). Schnell ist klar: ja, er kann.

Der neueste Teil der international gefeierten Graphic Novel spielt in Syrien zwischen 1985 und `87. Sattouf erzählt darin einige weitere Kapitel seiner eigenen „Kindheit im Nahen Osten“, wie der Untertitel passend verspricht. Wie schon in den ersten Teilen lebt die Geschichte von der erfrischend klug-naiven Sichtweise des kleinen Riad. Und von den herausragenden, plakativen Illustrationen.

Trist, hart und karg wirkt Syrien, verbittert und aggressiv sehen die Menschen aus. Riad, der wegen seiner blonden Haare und seiner französischen Mutter („Eine Jüdin!“) gehänselt wird, freut sich auf Weihnachten. Er liebt DVDs aus den USA, allen voran „Conan der Barbar“. Sein Vater verspricht seiner Familie Wohlstand. Doch nichts wird besser, der Obstgarten blüht nicht auf und das Alltagsleben bleibt beschwerlich. Nur ein Ausflug in den Libanon bringt Abwechslung – und der Junge wird beschnitten.

Das Aufwachsen in einem heruntergekommenen Land, hin- und hergerissen zwischen der christlich-französischen und syrisch-muslimischen Kultur – das sind Riad Sattoufs Kernthemen. Scheinbar spielerisch, letztlich jedoch tiefgründig und schonungslos lotet er den Spielraum eines Kindes in dieser Welt aus. Sehr zu empfehlen, zum dritten Mal!

 

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