Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension · Romane

Wie die Mafia an Flüchtlingen verdient

petra reski, bei aller liebe, rezension, günter keilIrgendwie sahen deutsche Staatsanwälte alle gleich aus, wie vom 3-D-Drucker ausgespuckt.“

Petra Reskis Metaphern sind so trocken und lakonisch wie die komplette Sprache ihrer Kriminalromane. In „Bei aller Liebe“ (Hoffmann und Campe) gehen Reski und ihre Hauptfigur mal wieder aufs Ganze – sie stellen sich der Mafia in den Weg. Serena Vitale, eine Anti-Mafia-Staatsanwältin aus Palermo, ermittelt in ihrem dritten Fall. Souverän, schlagfertig und unnachgiebig. Die Ermittlungen könnten brisanter kaum sein. Vitale findet heraus, dass der Sohn eines mächtigen Mafiabosses in Deutschland zum größten Player im Flüchtlingsbusiness aufgestiegen ist. Offiziell ein ganz seriöser Geschäftsmann, vermietet er Unterkünfte und beschäftigt dort Wachdienste, Catering- und Reinigungsfirmen. Ein Milliardengeschäft, das deutsche Politiker und Juristen nicht antasten. 

Petra Reski hat einen mutigen und wichtigen Roman geschrieben – einen, in dem man viel über skrupellose Schleuser, korrupte Politiker, ängstliche Staatsanwälte, opportunistische Journalisten und kriminelle Kirchenmänner lernt. Und über die Mafia, die struktureller Bestandteil des Geschäfts mit den Flüchtlingen geworden ist. Zum Fürchten gut und leider sehr realistisch.

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