Kuba brennt!

rachel kushner, telex aus kuba, rezension, literaturblog, günter keil Hmmmmm. Lecker. Dieses Buch schmeckt nach Zuckerrohr, Cocktails, Grillfleisch und Meer. Kuba eben. Doch Rachel Kushner bedient in ihrem komplexen Roman „Telex aus Kuba“ (Rowohlt) keineswegs die gängigen Klischees. Ihr Kuba zwischen 1953 und 1959 schmeckt auch nach Explosionen, Überfällen und verbrannter Erde – die Revolution breitet sich über die Insel aus.

Kushner erzählt ihre packende Geschichte unter anderem aus der Perspektive von zwei Jugendlichen: Everly Lederer und K.C. Stites, Kinder von privilegierten US-Amerikanern. Dass von der Kubanischen Revolution zahlreiche dubiose Gestalten profitierten, zeigt Rachel Kushner immer dann, wenn sie sich in einzelnen Kapiteln den Jugendlichen ab-, und dem Untergrund zuwendet. Die Geschäfte der Kontaktmänner, Waffenhändler, Gangster und Mätressen beschreibt sie fesselnd wie in einem Thriller. Und mit einer Portion Selbstironie, denn eine Zazou-Tänzerin mit besten Kontakten zu Politikern und Rebellen nennt sie Rachel K. Kushners größte Leistung besteht darin, dass sie die Zeit der Revolution aus verschiedensten Blickwinkeln dokumentiert: sie schreibt über die harten Arbeitsbedingungen auf den Zuckerrohrplantagen ebenso wie über den Luxus der amerikanischen Geschäftsleute. Über die Strategiebesprechungen in den Dschungelcamps der Rebellen ebenso wie über die Mauscheleien in den Hinterzimmern des Präsidentenpalasts. So entsteht ein umfassendes, hervorragend recherchiertes Gesamtbild.

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