Neuerscheinung · Rezension · Romane

Ein unerhörter Vorschlag

kent haruf, unsere seelen bei nacht, rezension, literaturblog, günter keilIch wollte dich fragen, ob du dir vorstellen könntest, hin und wieder zu mir zu kommen und bei mir zu schlafen.“ (Kent Haruf, Unsere Seelen bei Nacht, Diogenes)

Mit diesem Satz beginnt etwas Wunderschönes. Und ein Skandal. Addie, eine 70-jährige Witwe macht ihrem ebenfalls allein lebenden Nachbarn Louis einen Vorschlag. Es geht ihr nicht um Sex. Sondern um Nähe, Wärme, ein Mittel gegen Einsamkeit und Schlaflosigkeit. Louis lässt sich darauf ein. Fortan übernachtet er ab und zu bei Addie, die nur ein paar Häuser weiter lebt. Die beiden liegen nebeneinander und erzählen sich ihre Leben – eine einzigartige Beziehung entsteht. Dies weckt in der Kleinstadt allerdings Argwohn und Missgunst. Und auch Eddies Sohn hat etwas gegen diese Verbindung. In stillen, klaren Worten erzählt Kent Haruf in seinem letzten Roman von einer neuen Form der Zweisamkeit im Alter. Von Freiheit, Scham und Vorurteilen. Nicholas Sparks oder Paulo Coelho hätten aus dieser Geschichte eine unerträgliche Schmonzette gemacht – Haruf braucht jedoch keine großen Worte oder Gesten, keine Klischees, um zu berühren. Eine kluge Liebesgeschichte, die gut tut.

Ich liebe das greifbare Leben mit dir. Die Luft und das Land. Den Garten, den Kies im Seitenweg. Das Gras. Die kühlen Nächte. Im Bett zu liegen und mich im Dunkeln mit dir zu unterhalten.“

2 Kommentare zu „Ein unerhörter Vorschlag

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