Krimis & Thriller · Rezension · Romane

Südtirol, tödlich

luca d andrea, der tod so kalt, rezension, literaturblog, günter keil Eine eiskalte, schroffe Bergwelt, die für Menschen tödlich sein kann. Ein Fremder, der in eine verschwiegene Dorfgemeinschaft eindringt. Eine Schlucht, in der vor langer Zeit drei junge Leute ermordet wurden.

Der italienische Autor Luca D’Andrea spielt in seinem Debütroman „Der Tod so kalt“ (DVA) mit klassischen Elementen aus großen Bergdramen. Was er daraus macht, ist über weite Strecken spektakulär. Atemberaubend. Mitreißend.

Siebenhoch, Alto Adige, Südtirol. Dorthin, in die Heimat seiner Frau, kommt der US-Filmemacher Salinger. Eigentlich will er nur eine Doku über den Bergrettungsverein drehen – doch dann zieht ihn eine alte Dorflegende in den Bann. Vor 30 Jahren, so erzählt man sich, ereignete sich das Bletterbach-Massaker. Während eines Gewittersturms wurden drei erfahrene Bergsteiger in freier Natur ermordet. Zerstückelt. Salinger wittert ein spannendes Thema, einen neuen Film. „Hör auf, an dieser Geschichte zu rühren“ mahnen ihn die Einheimischen – vergeblich. Wie besessen dringt Salinger in die Geschichte des Dorfes ein und bringt sich und seine Familie in Lebensgefahr. Liegt ein Fluch über allen, die das Massaker aufarbeiten wollen?

Luca D’Andrea gibt Salinger eine lässige, kräftige Stimme, die den Plot vorantreibt. Er zieht das Netz aus Gerüchten, Geheimnissen und Enthüllungen immer enger, brilliert mit Sätzen wie Blitzeinschlägen, Wendungen wie Steinschlägen und einem Tempo wie eine unaufhaltsame Lawine. Manchmal übertreibt er es ein bisschen, vor allem beim Showdown. Dennoch bleibt sein Thriller überdurchschnittlich – ein echter Kracher, wie man so sagt.

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