Der Mann in der fünften Reihe

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Das Theater ist gefährlich, das ist seine einzige Konstante, aber ohne Gefahr ist das Leben nur ein weites Feld der Langeweile.“

Veronique Olmi erzählt in ihrem neuen Roman vom Theater. Von einer Schauspielerin. Von Paris. Und vor allem davon, welchen Abdruck eine radikale Liebe hinterlässt, und: in welchen Abgrund sie Menschen stürzen kann. „Der Mann in der fünften Reihe“ (Kunstmann) ist ein schmales Buch, nur 110 Seiten kurz. Und doch entfaltet es eine ungeheure Wucht, vor allem in der zweiten Hälfte.

Olmis Geschichte von Nelly kreist um die Auftritte der Theaterschauspielerin. So wie Nellys Leben, das sich nur um die Bühne zu drehen scheint. Bis eines Abends der Mann in der fünften Reihe sitzt, den Nelly verlassen, verbannt und verleugnet hat. Daraufhin zerbricht die Fassade der Schauspielerin, und sie wird auf existentielle Fragen zurückgeworfen. Hinter der Zärtlichkeit und Schönheit von Olmis klarer Prosa lauert stets die bittere Erkenntnis, das Drama, der Wendepunkt. Ein großes kleines Werk!

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