Neuerscheinung · Rezension · Romane

Wer wissen will, warum so viele Menschen fremdgehen, muss dieses Buch lesen

doris knecht, rowohlt, alles über beziehungen, rezension, literaturblog, günter keil Warum betrügen so viele Großstadtmenschen ihre Partner? Was treibt sie in fremde Betten und wie rechtfertigen sie ihre Affären? Diesen Fragen spürt Doris Knecht in ihrer bitterbösen neuen Satire „Alles über Beziehungen“ (Rowohlt) nach. Ihre Hauptfigur vögelt sich ungehemmt durch ganz Wien: Viktor, Intendant eines Theaterfestivals, fünf Kinder, zwei Exfrauen, eine aktuelle Lebensgefährtin. Und jede Menge Affären. „Viktor hielt sich nicht für treuelos. Sein Treuebegriff entsprach nur einfach nicht dem Paradigma der sexuellen Eingleisigkeit, der altmodischen Monogamie.“

Doris Knecht entlarvt jede Menge Ausreden und Selbsttäuschungen, nicht nur von Viktor, sondern auch von den Frauen, die mit ihm Sex haben. Und weil diese Begründungen so bequem sind, dreht sich das Wiener Seitensprung-Karussell munter weiter. Zwar spitzt Knecht ihre so scharfe wie komische Geschichte zum Ende hin zu, doch der Kern ihres rasanten Romans sind schonungslose Psychostudien. So kultiviert die österreichische Autorin gekonnt ihre anspruchsvolle Heiterkeitsironie und legt ihre Finger tief in Beziehungswunden. Köstlich!

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