Auf der Flucht, schon wieder

bernhard aichner, totenrausch, btb, literaturblog, günter keil Da ist sie also wieder. Zu dritten Mal. Brünhilde Blum, Bestatterin aus Innsbruck, international gesuchte Mörderin, liebevolle Mutter zweier Töchter. Im letzten Teil seiner Trilogie, „Totenrausch“ (btb) will Bernhard Aichner seiner Hauptfigur endlich Ruhe verschaffen. In Hamburg soll sie neu durchstarten, unter anderem Namen. Also heißt sie jetzt Marie Müller. Das Leben im Norden fängt ganz gut an, doch schon bald hat Blum/Müller wieder Probleme. Mit Zuhältern, Steuerberatern, Richtern – kurz, Aichner will natürlich alles andere als seiner ungewöhnlichen, im Leichenwagen herum düsenden Frauenfigur Ruhe zu gönnen. Er stürzt sie wieder in ein Abenteuer, ihr letztes. Und wieder verschlingt man Blums bzw. Müllers Erlebnisse, wieder lässt man sich von Aichners alle Geschwindigkeitsbegrenzungen missachtendem Tempo mitreißen. Obwohl vieles vorhersehbar ist. Und das Prinzip schon aus den beiden vorherigen Bänden bekannt ist. Aber es funktioniert eben auch wieder, und hat einen unwiderstehlichen Reiz. Erstaunlich. 

Jetzt ist Schluss. Zumindest in Buchform. Der Disney-Sender Lifetime wird eine Serie aus Aichners Trilogie machen – hoffentlich eine Highspeed-Variante von „24“, diesmal mit einer Frau in der Hauptrolle. Aber ob die US-Amerikaner wissen, wo Innsbruck liegt? Oder Hamburg? Wahrscheinlich verlegen sie die Handlung einfach zu sich nach Hause.

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