Roger, wir vermissen Dich!

roger willemsen, wer wir waren, literaturblog günter keil„Wir sind die Zeit, die den Erzählungen den Garaus macht, die großen epischen Strukturen zertrümmert, die Aufmerksamkeitsspanne reduziert. Nicht, dass es den Roman nicht mehr gäbe, doch zieht er wie ein Mammut, wie eine schwere Antiquität durch die Landschaft der Literatur.“

„Wir leben als die neuen Menschen mitten in einer Multiplikation der Aufmerksamkeitsherde. Fahren, Essen, Mailen, Musikhören, Schreiben, Nachrichten-Aufnehmen, all das vollzieht sich im selben Zeitabschnitt. Wir wissen es, wir horten eine Art schlechtes Gewissen angesichts unserer Flüchtigkeit und kultivieren sie weiter, die flache Aufmerksamkeit, die jedes Detail darin weniger prägnant, auch weniger beeindruckend erscheinen lässt.“

Aus Roger Willemsens letztem Text „Wer wir waren“ (S. Fischer), ein schmerzlicher letzter Beweis, dass Willemsen einer der wichtigsten Denker Deutschlands war.

2 Kommentare
  1. kutabu sagte:

    Die Zitate enthalten furchtbar viel Wahrheit….

    • Ja, das hat Willemsen unheimlich gut erkannt und zusammengefasst. Eine Warnung für uns alle…

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