Im Interview: Lars Kepler

lars kepler, playground, günter keil, interview, literaturblog In ihrer Heimat Schweden sind sie Stars, auf der Straße werden sie um Selfies und Autogramme gebeten. Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril, besser bekannt als Lars Kepler, feiern mit ihrer Krimiserie um Joona Linna riesige Erfolge. Die Romane des Ehepaares werden in 40 Ländern gelesen. Vor kurzem erschien „Playground“ (Piper), ein Thriller außerhalb der Serie. Ich habe Alexandra und Alexander dazu interviewt.

Hat das Schreiben schon einmal zu einer Ehekrise geführt? Schon oft! Als wir mit unserem ersten Roman begannen, krachte es dauernd. Damals waren wir es nicht gewohnt, Kompromisse einzugehen, und so prallten zwei ziemlich große Egos aufeinander. Jeder von uns war der Meinung, dass seine Ideen oder Formulierungen besser waren als die des anderen. Die Scheidung hing lange Zeit wie ein Damoklesschwert über uns – zumindest dann, wenn wir im Schreibprozess waren.

Wie habt Ihr dann doch noch die Kurve gekriegt? Wir haben gemerkt, dass wir zusammen besser sind – und das bedeutete, aufeinander einzugehen. Geholfen hat auch, dass wir das Pseudonym „Lars Kepler“ verwendeten: damit machten wir uns und allen anderen klar, dass es sich um ein neues, gemeinsames Projekt handelt, in dem unsere Eigeninteressen nichts zu suchen haben. Mittlerweile sind wir ein sehr gut eingespieltes Team, und wir schreiben wirklich gemeinsam am Text, nicht parallel oder abwechselnd. lars kepler, playground, günter keil, interview, literaturblog

In „Playground“ hat Eure Hauptfigur Jasmin bei einer OP ein Nahtoderlebnis und bekommt später immer wieder Halluzinationen. Basiert das auf einem wahren Fall? Ja. Alexanders Vater erzählte uns, dass er bei der schwierigen OP nach seinem Herzinfarkt in eine völlig andere Welt abtauchte. Er hatte das Gefühl, in Asien zu leben und erinnerte sich an jedes Detail seiner mysteriösen Reise. Das hat uns zu dieser Geschichte inspiriert. Jasmin kehrt auch immer wieder in ihr in dieses dunkle Reich in China zurück – und niemand glaubt ihr.

Stehen diese Halluzinationen für den Tod? Wir wollten keinen düsteren Thriller über den Tod schreiben, sondern über eine starke Frau, die leben will. Selbstverständlich drohen in unseren Büchern Gefahren, und es geht auch mal um Leben oder Tod. Aber wir möchten nicht eine dunkle, depressive Stimmung verbreiten. Uns geht es vielmehr um Empathie für unsere Figuren. Andernfalls wäre das Schreiben für uns eine Belastung.

1 Kommentar
  1. Brigitte El-Safadi sagte:

    Hallo, alle bisherigen Bücher waren unglaublich spannend, aber das neue Buch `play ground`gefällt mir überhaupt nicht, gehört nicht in die Thriller-Szene sondern unter Fantasy-Roman. Ich zwinge mich gerade es zu Ende zu lesen,aber es ist
    grenzwertig !!!

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