Auf der Flucht vor den Patronenmännern

fridolin schley, die ungesichter, allitera, literaturblog, günter keil, rezension…sie keuchen und hüllen sich in weißen Dampf, sie fliehen und fliegen durch den Wald und weiter, wieder ist da diese irre Freude in Amal, die von der Angst kaum zu unterscheiden ist…“

Amal, 15, flüchtet aus Somailia. Vor den „Patronenmännern“, die in ihrer Heimat Angst und Schrecken verbreiten, die Lebensfreude töten, fundamentalistische Parolen brüllen und die Bevölkerung untedrücken. In „Die Ungesichter“ (Allitera) schildert Fridolin Schley in einer unnachahmlichen Prosa Amals Flucht. In einem einzigen langen Satz, unterbrochen nur von Kommas, erzählt Schley von der unfreiwilligen, ausweglosen Reise, die Amal schließlich nach Kiew, Bratislava und Wien führt. Das bewegende literarische Protokoll eines Aus- und Aufbruchs nach Europa. Stilsicher begleitet Fridolin Schley seine Protagonistin durch Wälder, Grenzkontrollen und Auffanglager, und seine faszinierende Sprache entwickelt einen sanften Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Der schmale Roman basiert auf der wahren Flucht eines Mädchens, das inzwischen 20 Jahre alt ist und in München lebt. Unbedingt lesen!

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