Warum wir Arne Dahl verzeihen

arne dahl, sieben minus eins, piper, literaturblog, günter keilMeine erste Reaktion: Das kann uns Arne Dahl nicht antun! Der Meister des intelligenten, gesellschafts- politischen Europa-Thrillers beendet seine Opcop-Serie. So wie er zuvor schon seine Serie um die legendäre A-Gruppe beendete. Ausgerechnet jetzt, wo Europa seine fiktive multinationale Polizeitruppe nötiger hätte denn je.

Sieben minus Eins“ (Piper) heißt Dahls neuer Thriller, mit Sam Berger als neuem Ermittler. Der Hauptkommissar, ein eher verschlossener Typ, der von seiner Frau getrennt lebt, muss das Verschwinden mehrerer Teenager aufklären. Wurden sie ermordet? Steckt ein Pädophiler oder Serienkiller dahinter? Eine für Mainstream-Thriller typische Fragestellung mit einer typischen Hauptfigur. Und so gar nicht, wie man Arne Dahl bis jetzt kannte.

Dieser Roman wäre nur (gehobener) Durchschnitt, würde nicht immer wieder Dahls smarte Sprache den Plot vorantreiben und gekonnt Spannung erzeugen. Grandios ist ein fast 20 Seiten langes Verhör, das Sam Berger mit einer mysteriösen Frau führt. Die beiden duellieren sich verbal so gekonnt, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse verrutschen, dass eine zeitlang völlig offen ist, wie sich der Thriller weiterentwickelt, dass einem beim Lesen schwindlig wird. Das ist großes Drama, große Spannungsliteratur. Und so gelingt es Arna Dahl, dass wir ihm doch verzeihen.

Mehr über Arne Dahl in meinem Blog hier.

2 Kommentare
  1. dreizehnachtzehn sagte:

    Arne Dahl liest am 19.9. in Köln im Rahmen der Crime Cologne aus diesem Buch!

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