Neuerscheinung · Rezension · Romane

Krieg im Frieden

daldossi oder das leben des augenblicks, sabine gruber, c.h. beck, günter keil, rezension, literaturblogEr war überall dort, wo es Krieg gab. Wo Menschen starben, trauerten, verzweifelten, flüchteten. Tschetschenien, Irak, Sudan, Afghanistan. Und er hat alles fotografiert. Sabine Gruber erzählt in „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ (C.H.Beck) die Geschichte eines in die Jahre gekommenen Kriegsfotografen. Bruno Daldossi reist nur noch sporadisch in Kriesengebiete. Inzwischen fragt er sich, was seine Fotos gebracht haben. Konnten sie aufrütteln und informieren oder haben sie nur Sensationsgelüste befriedigt, enthemmt? Daldossi blickt also zurück. Auf seine besten Bilder, seine gescheiterte Beziehung zu Marlies, seine zahlreichen Affären. Schließlich freundet er sich mit der Journalistin Johanna an, die aus Lampedusa berichtet, und reist ihr nach. Sabine Gruber zeichnet ein unsentimentales, realistisches Porträt eines von Fotos und Krisen besessenen Mannes. In klaren Worten stellt sie indirekt und intelligent die entscheidenden Fragen nach der Macht der Bilder und der Unmöglichkeit der Liebe. Ein starker Roman über ein eher selten belletristisch verarbeitetes Thema.

Die eigentliche Herausforderung war es nicht, mit dem Krieg, sondern mit dem Frieden fertigzuwerden.“

Ein Kommentar zu „Krieg im Frieden

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